Von Wikingern und dem Blutgreif

Sebastian Hilpert als Wikinger in voller LARP - Rüstung und mit Seeadler
Mit Seeadler und in voller Ausrüstung – Sebastian 2016

Aufgestaute Sommerhitze über der hügeligen Ebene. Ein intensiver Geruch liegt in der Luft, markant, fast körperlich greifbar, etwas beißend und urtümlich. Frischer Schweiß vermischt sich mit dem Geruch von Leder, dem rauchigen Duft nach lagerfeuerriechender Kleidung und der markanten Note von Waffenöl.

Waffenöl das die Kettenhemden der rund vierzig Krieger direkt vor mir, glänzen lässt. Sie bilden mit ihren schweren Helmen, Rundschilden, Äxten, Speeren und Schwertern die Front unseres überschaubaren Wikinger-Heeres. Unter ihren glänzenden Brillen- und Nasalhelmen, auf dem die gnadenlose Sommersonne knallt, kochen sie regelrecht. Tauschen will ich nicht mit ihnen. Denn ich selbst stehe nur leicht gerüstet, ohne Helm, eine Linie hinter ihnen an der rechten Flanke. Meine Axt und der Dolch hängen an meinem Gürtel. Der Riemen über meiner linken Schulter hält den Köcher voller Pfeile und in der linken Hand halte ich meinen Langbogen. Als Bogenschütze bin ich hier unter den Wikingern eine absolute Ausnahme, aber ich weiß eben was ich kann, denke ich zumindest.

Sebastian Hilpert LARP Wikinger Epic Empires 2016
Wikinger-Schildwall vor dem Ork Lager auf dem Epic Empires
„Hey Loki, triffst du den?“

Wir alle beobachten was sich vor uns abspielt. Geschrei, Geplärr, Kommandos hallen über die weite Wiesenfläche und prallen an unserem Schildwall ab als würden sie uns nichts angehen. Denn dort vorne außerhalb der Pfeilreichweite finden Kämpfe statt. Das „Lager des Chaos“ jagt gemeinsam mit den Orks die letzten Truppen des „Lagers des Lichts“. Unser Heerführer hat befohlen abzuwarten. Wahrscheinlich um dann geordnet den aus der Formation fallenden Sieger platt zu machen. Ein paar der Kämpfer vor uns versuchen zu flüchten, kommen in unsere Richtung und werden dabei verfolgt. Auch ein feindlicher Bannerträger ist unter ihnen.

„Hey Loki, triffst du den?“ fragt mich beiläufig und nicht ganz ernst gemeint der Führer der rechten Flanke. Ich blicke auf die kleine Gruppe Flüchtender. Sie sind nun an der maximalen Grenze zur Reichweite meines Bogens, sie rennen, straucheln, zwischenzeitlich verändern sie immer wieder leicht die Richtung. Sie rennen wie die Hasen, dazu kommen noch gelegentliche Windböen, kurz – es ist unmöglich sie zu treffen. Dafür verschwendet man keinen kostbaren Pfeil.

Sebastian Hilpert Wikinger Blutgreif LARP
Mein alter, kurzgeschorener und fein rausgeputzter Wikinger-Charakter “Loki”
Unmöglich

Doch ich sage nichts, stattdessen trete ich seitlich aus der Formation. Lege den Pfeil auf die Sehne, spanne in einer fließenden Bewegung den Bogen bis zum Äußersten. Jetzt nicht denken, sondern fühlen in welchem Abschusswinkel ich den Bogen halte, wie weit ich vorhalten muss, wie sich das Ziel eventuell bewegen wird. Ich lasse den Pfeil in steilem Winkel von der Sehne schnellen. Bleibe unbewegt stehen und verfolge die Flugbahn des Pfeiles wie in Zeitlupe. Um mich herum angespannte Stille. Die Gruppe rennt noch immer, fluchend und stolpernd.

Mein Pfeil erreicht seinen höchsten Punkt zum Himmel und beginnt nun schneller werdend dem Boden entgegen zu rasen – genau auf die Gruppe des Bannerträgers zu. Einschlag, Aufschrei – mein Pfeil trifft ihn im Rennen, am rechten Oberschenkel – und er stürzt ins weiche Gras. Ohrendbetäubender Jubel um mich! Mir wird auf die Schulter geklopft bis sie fast blau ist, ich grinse von einem Ohr zum anderen, während ich verlegen zu Boden blicke und mein Bogen triumphierend der Sonne entgegenstrecke. Was für ein Schuss, so ein Moment ist einmalig, einer den man nie mehr vergisst.

LARP Fotografie Sebastian Hilpert
Beindruckende und unterschiedlichste LARP Charakter fotografierte ich zu dieser Zeit.
BLUTGREIF

Das war keine erfundene Geschichte aus einem Fantasy- Film oder Buch. Auch war es kein Traum, sondern passierte im Sommer 2016, auf meiner letzten LARP (Live Action Role Playing) Veranstaltung als „Spieler“. Das war mein Highlight, der eigentlich unmögliche Schuss – voll ins Schwarze. Danach gab es nur noch ein LARP/Fantasy Projekt für mich. Unseren selbstgedrehten Fantasy Film zu Ende zu bringen. Sozusagen als Abschluss bevor ich dieses vielseitige, aber auch etwas anstrengende Hobby an den Nagel hing um mich meinem Projekt „ANIMALPERSON“ voll und ganz zu widmen.

Dieser selbstgedrehte Film war ein privates Mamut Projekt. Kein Budget, keine ausgebildeten/gelernten Schauspieler, Filmtechniker und Kameraleute. Nur eine kleine Gruppe motivierter Verrückter, die kaum Termine fanden, an denen sie gemeinsam Zeit hatten, um am Film weiterzuarbeiten. Und so zog sich das Filmprojekt über neun Drehtage, viele Tage Planung und Besprechungen, sowie wochenlanger Nachbearbeitung, von Februar bis November 2016. Steinbrüche, Wälder, Felder, 700 Jahre alte Stadttürme und Burgruinen um Würzburg waren genutzte Kulissen. Aber auch Greifvögel und Drohnen kamen zum Einsatz. Kurz vor Weihnachten, nach mehrwöchiger Filmbearbeitung (Schnitt, Bilderbearbeitung, Vertonung, Spezial Effekte) konnten wir dann stolz unseren Kurzfilm „BLUTGREIF“ veröffentlichten.

Schaut ihn euch gern an und denkt daran – niemand der mitgewirkt hat ist darin ausgebildet, wir hatten kein Budget, vieles musste improvisiert werden und alles entstand in unserer Freizeit. VIEL SPASS!!!

Ps. Danke an alle die mitgewirkt haben! Es war mir eine Ehre!

PPS. Einen LARP-Kalender, unzählige Charaktershootings sowie drei Zeitschriftencover steuerte ich damals in meiner  kurzen Zeit als “Fantasy-Fotograf” der Szene bei.

PPPs. Das LARP-Hobby beendete ich unter anderem, weil ich keine fiktiven Abenteurer mehr “spielen“ wollte. Stattdessen wollte ich echte Abenteuer erleben. Was daraus wurde lest ihr in meinem Buch „ÜBERLEBEN – Als Wildhüter in Afrika“.

EXKLUSIVE FOTO SAFARI – MIT SEBASTIAN

Fotograf, Autor und Wildhüter Sebastian Hilpert auf Safari in Namibia
2020 mit Sebastian gemeinsam auf exklusiver Safari in Namibia!

Du willst Namibia selbst hautnah erleben? Die einzigartige Tierwelt kennenlernen und in Bildern festhalten? Aber am besten begleitet von mir, der das Land, die Menschen und die Tierwelt kennt? Der dir vor Ort Tipps gibt wie du einmalige Safari Situationen am besten mit deiner Kamera festhalten kannst? Das kann tatsächlich wahr werden!

Löwin fotografiert von Sebastian Hilpert
Die Wildtiere Namibias selbst sehen und erleben.

Seitdem mein Buch erschienen ist, werde ich immer wieder gefragt ob es denn möglich ist das Land mit mir gemeinsam als Photo-Guide zu bereisen. Jetzt laufen tatsächlich die ersten Planungen dafür an! Angepeilt ist es mit einer kleinen exklusiven Gruppe im Sommer 2020 zu starten! Interesse? Weitere Informationen folgen!

Giraffe und Nilpferd fotografiert von Sebastian Hilpert
Giraffe, Nilpferd und Löwe in ihrer natürlichen Umgebung beobachten!

Unfreiwillig in Johannesburg – TEIL II

Dieser Blogeintrag ist Bonusmaterial zu meinem Buch >ÜBERLEBEN<

Denn diese spannende und auch etwas lustige Geschichte hat ganz einfach nicht mehr ins Buch gepasst. Aber zum Glück doch noch seinen Weg in meinen Blog gefunden.

Zweiter Teil meiner Zusatz-Stroy “Unfreiwillig in Johannesburg”.

WICHTIG!!! Lies erst TEIL I, nicht das Du gespoilert wirst…

Viel Spaß beim lesen!

Kampf zweier Nashörner in Namibia
Breitmaulnashörner – mit diesen faszinierende Tieren hatte ich die letzten Wochen in Südafrika gearbeitet.

Orientierung: Gerade eben habe ich die Nashorn-Auffangstation im tiefen südafrikanischen Busch verlassen. Die viele körperliche Arbeit brennt noch in meinen Muskeln. Der „Rhino-War“ und hundert andere Eindrücke drehen sich in meinem Kopf, als ich mich auf den Weg nach Johannesburg mache. Von dort aus soll es weiter gehen ins Nachbarland Namibia, genauer gesagt nach Windhoek. Von der namibischen Hauptstadt werde ich dann weiterreisen auf die Auffangstation in der Kalahari, zurück zu den Raubkatzen und Wildhunden. Soweit der Plan. Doch dann verpasste ich in Johannesburg den letzen Flug nach Namibia…

Ich habe mein Gepäck. Der Fahrer, welcher mich am Flughafen Windhoek abholen sollte weiß genauso wie meine dortige Pension Bescheid, dass ich heute nicht mehr eintreffen werde. Lisa hat mir mit Herrn Grüns Empfehlung ein Hotelzimmer in Johannesburg reservieren können und jetzt fehlt nur noch das Ticket für Morgen. „Nein, wir können ihr Ticket nicht umbuchen, sie müssen ein neues kaufen.“ Aha, Danke auch und wieso musste ich auf diese Antwort so lange warten? Mein Reiseagent klärt mich auf. „Herr Hilpert, mir ist das ganze sehr unangenehm aber leider ist bei South African Airways häufiger mal das Problem, dass etwas angeblich nicht geht was eigentlich ohne Problem gehen würde. Die Mitarbeiter haben meist einfach nur keine Lust. Ich rufe sie in zehn Minuten wieder an, ich denke ich kann das Problem von hier aus lösen.“

Es ist 20:45 Uhr, um 21:00 schließen hier die Schalter. Herr Grün ruft mich tatsächlich pünktlich um fünf vor neun zurück.

Es hat geklappt, ich halte mein vorläufiges Ticket in der Hand und dank ihm muss ich nur eine geringe Umbuchungsgebühr zahlen statt eines komplett neuen Flugs. Der Mann ist wirklich Gold wert, er hat innerhalb von 10 Minuten von seinem Büro in Deutschland aus das geklärt wozu hier direkt vor Ort drei Mitarbeiter nicht in der Lage waren und mich auch noch eine halbe Stunde haben warten lassen bevor sie mir das mitteilten. Dienstleistungsqualität, da gibt es eine sehr große Differenz zwischen Afrika und Deutschland, das ist nicht von der Hand zu weisen.

Nachdem ich Geld gewechselt habe muss ich jetzt nur noch die Stelle finden wovon stündlich ein Transporter zwischen Flughafen und dem Hotel pendelt. Mich langsam wieder entspannend passiere ich eine Gruppe finster dreinblickender Polizisten. Von deutschen Flughäfen kennt man ja die Polizisten, die immer zu zweit patrouillieren, einer trägt dabei meistens eine Maschinenpistole (MP) (Welche fälschlicherweise von jedem als Maschinengewehr (MG) bezeichnet wird. Der Unterschiede zwischen MP und MG ist in etwa so groß wie zwischen einem PKW und einem LKW, kein Polizist läuft mit einem Maschinengewehr herum, keiner! So das musste mal geklärt werden.)

Auf jeden Fall laufen hier die Polizisten nicht zu zweit, sondern zu fünft oder zu acht Patrouille und jeder trägt dabei eine Shotgun/Schrotflinte vor der Brust, die aussieht als wäre sie seit zwei Jahrzehnten täglich im Einsatz.

Die “Deutschen-Themen”

Ich will gerade mit meinen Rucksäcken schwer bepackt in einen Korridor einbiegen, von dem ich denke es könnte der richtige sein, als mich ein Flughafenmitarbeiter in Sicherheitsweste anspricht. Er klärt mich auf, dass ich in die falsche Richtung unterwegs bin und hilft mir den richtigen Weg zu finden. Er begleitet mich sogar bis zu der überdachten Stelle am Rand des Flughafenbereiches. Der dortige Parkplatz wird scheinbar nur für Shuttelservice der Hotels genutzt. Ich möchte mich bei ihm bedanken und verabschieden aber er winkt ab und sagt, dass er mit mir auf den Transporter warten wird, er möchte mich auf keinen Fall hier im Dunkeln alleinstehen lassen. Okay, denke ich etwas irritiert, aber wieso?

Der Smalltalk mit ihm läuft zu Beginn sehr vertraut ab. Die erste obligatorische Frage ist woher ich komme. Wenn ich dann mit Deutschland antworte geht es IMMER um die gleichen Themen, völlig egal ob ich an einer Tankstelle, einem Flughafen, einem Einkaufszentrum, einer Safarilodge, einer Wildtierauffangstation oder mitten im Nirgendwo angesprochen wurde.

Die vorprogrammierten Themen sind: Autos, Fußball, Bier, Ingenieure, Autobahn und wenn ich Pech habe der Österreicher A. Hitler. Besonders unangenehm wird es, wenn der Gesprächspartner den „Führer“ des zwölf Jahre dauernden „tausendjährige Reich“ gut findet, nicht selten sind es dann auch noch dunkelhäutige. Ich frage mich in solchen Momenten immer ob sie es ernst meinen und einfach keine Ahnung haben, oder ob sie denken sie tun mir einen Gefallen ihn gut zu finden. Mein jetziger Gesprächspartner der sich als Walther vorgestellt hat, möchte neben Autos „made in Germany“ aber zum Glück nichts davon wissen. Nein er hat eine andere Frage: „Wieso kommen eigentlich so viele Deutsche nach Südafrika um Elefanten, Löwen usw. zu sehen? Habt ihr selbst keine?“ Das ist etwas, das mir auch schon häufig aufgefallen ist. Vielen Afrikanern ist offensichtlich nicht bewusst, dass es viele Tierarten nur auf ihrem Kontinent gibt, geschweige denn, dass diese dramatisch schnell immer weniger werden. Nachdem ich Walther erklärt habe, dass es bei uns gerade mal noch im Großen und Ganzen, Wildschweine und Eichhörnchen gibt, frage ich ihn ob er selbst schon Elefanten, Löwen, Giraffen oder sogar mal ein Nashorn gesehen hat. Wie die allermeisten seiner Landsleute hat er es nicht, er kennt diese Tiere leider nur aus Büchern.

Elefantenbulle in Erindi Namibia
“Habt ihr denn keine Elefanten in Deutschland?”

Im weiteren Gespräch erfahre ich, dass er bereits seit sechs Uhr am Morgen arbeitet (es ist jetzt kurz vor zehn Uhr am Abend) und dass er gerade mal 600 Meter vom Flughafen entfernt wohnt. Er zeigt die Straße vor uns hinunter und erklärt mir, dass seine Wohnung in dieser Richtung liegt. „So nah, das ist gut dann kannst du ja immer zur Arbeit laufen.“ sage ich ahnungslos an ihn gewandt aber er schüttelt mit dem Kopf. „Nein das geht nicht, ich fahre immer mit Freunden im Auto nach Hause.“ Ich schaue ihn stirnrunzelnd an. „Siehst du das große Haus dort“ er zeigt auf ein Hotel auf der anderen Seite des Parkplatzes, ca. 150 Meter entfernt. „Wenn du an diesem Haus vorbei läufst wirst du überfallen. Die klauen dir da alles und wenn du dich wehrst stechen oder knallen sie dich ab. Es gibt so viel verrückte Leute in dieser Stadt.“ sagt er etwas traurig und schaut zu Boden. Ich blicke ihn entsetzt an.  „Was? Wenn du dieses Hotel passierst dann wirst du überfallen? Nur jetzt in der Nacht oder auch am Tag?“ Er nickt, „Egal welche Tageszeit! Ob du Tourist bist oder Einheimischer interessiert diese Menschen auch nicht.“

Ich erinnere mich an die Geschichten die Karl und Lee erzählt haben. Von Leuten die mit ihrem Fahrzeug an Ampeln standen und dann von blitzschnellen Überfallgruppen aus dem Fahrzeug gezogen wurden. Von Räubern die mit Ziegelsteinen die Scheiben der Fahrzeuge einschmeißen völlig ohne Rücksicht ob sie die darin Sitzenden schwer verletzen oder gar töten. Lee ist es sogar schon selbst vor ein paar Jahren passiert. Die Angreifer mussten jedoch sehr schmerzlich feststellen, dass die kleine drahtige Frau einige Erfahrung im Kampfsport hat. Ja Südafrika hat neben der wunderschönen Natur auch eine sehr hässliche Seite, die enorm hohe Kriminalität.

Wir unterhalten uns fast eine Stunde. So lange bis der nächste Shuttel zum Hotel eintrifft. Es ist ein Kleinbus mit verdunkelten Scheiben und einem niedrigen, massiv wirkenden Anhänger für das Gepäck. Walther und ich verabschieden uns mit Handschlag und wünschen uns gegenseitig ein „Stay safe!“ Fahrer und Beifahrer steigen aus dem Shuttel, sie grüßen mit ernstem Gesicht. Beide tragen schwarze Anzüge mit goldenen Namensschildern des Hotels auf der linken Brust. Der Beifahrer wirkt irgendwie etwas kastenförmig unter seinem Jackett. Und wieso überhaupt sind sie zu zweit? Reicht nicht ein Fahrer? Es hieß doch das Hotel ist nur zwanzig Minuten vom Flughafen entfernt. Als die beiden meinen schweren Rucksack in den Anhänger heben und der Beifahrer sich über diesen beugt kann ich sehen was er unter dem Jackett trägt. Eine Schusssichere Weste und eine Pistole im Schulterholster. Okay, der Mann ist wohl für die Sicherheit während der Fahrt zuständig. Ist „Joburg“ wirklich so heftig? Scheinbar habe ich die Bewohner der Stadt unterschätzt.

So jetzt durchatmen, geschafft, es geht endlich zum Hotel. Ich konnte tatsächlich alles in der kurzen Zeit klären bzw. organisieren. Aber als wäre das nicht genug für heute gewesen, steigen jetzt zwei plötzlich aus der Dunkelheit auftauchend merkwürdige Typen in den Kleinbus. Sie setzten sich auf die Plätze vor mich und ich habe das Gefühl in den Vorspann eines achtziger Jahre Actionfilmes versetzt worden zu sein. Der linke sieht Original aus wie Dolph Lundgren, spricht aber mit tief russischem Akzent, während der rechte eine breitere und jüngere Ausgabe von Al Pacino ist. Er jedoch hat einen anderen Akzent, einen den ich mittlerweile auch gut kenne, israelisch. Was machen diese zwei aufgepumpten Brocken hier!? Ist das eine gemeinsame Aktion von KGB und Mossad? Solche Typen gibt’s doch sonst nur in Hollywood Filmen! Die zwei Actionfiguren da vor mir sollen mich bloß in Ruhe lassen! All das denke ich während ich müde aus dem Transporter auf die vorbeiziehenden nächtlichen Straßen von Johannesburg blicke. Mir reichst für heute mit der Aufregung, ich will jetzt duschen und schlafen, morgen geht es für mich schon wieder um 6 Uhr zum Flughafen zurück.

Fünf Rand für “ganz üble Kerle!”

Der nächste Morgen. Die Nacht war kurz und mein Schlaf noch kürzer. War ein komisches Gefühl einen ganzen Raum inkl. Bad wieder für sich allein zu haben. Ich nehme meinen schweren Reiserucksack und betrete beim ersten Tageslicht wieder den Flughafen von Johannesburg. Kaum habe ich das getan spricht mich ein hochgewachsener junger dunkelhäutiger Mann an. Wo ich denn hin möchte will er wissen. Er trägt ein perfekt sitzendes Hemd und teuer wirkende Schuhe, allgemein ein sehr sauberes Erscheinungsbild – im Gegensatz zu mir, ich sehe immer noch wie ein Ranger frisch aus dem Busch aus, zum mindestens war das letzten Abend Walthers Meinung.

Ich sage ihm zu welchem Schalter ich muss und denke mir nichts dabei. Walther hat mir gestern ja auch einfach so geholfen. Er führt mich über einen angeblich schnelleren Weg durch den Flughafen und ist dabei ausgesprochen freundlich. Wir erreichen den Schalter. Eine uniformierte Mitarbeiterin von South African Airways um die vierzig sitzt lesend dahinter. Sie blickt auf, sieht zuerst mich an dann den aus dem Ei gepellten Typen, der mich hierhergeführt hat. Ihr Blick verwandelt sich innerhalb von Sekunden von neutral über eiskalt bis hin zu „wenn Blicke töten könnten“. Der perfekt gestylte, angeblich hilfsbereite Kerl dreht sich auf dem Absatz um und rennt einfach weg. Was war das?! „Haben sie den Mann bezahlt?!“ donnert die Stimme der Flughafenmitarbeiterin mir entgegen. „Ich, was? Nein wieso sollte ich?“ frage ich verwirrt. „Das ist verboten! Sie dürfen solchen Leuten kein Geld geben! Das sind Verbrecher! Ganz üble Kerle! Die rennen mit ihrem Gepäck weg und was machen sie dann?!“ will sie wütend und mit finsterem Blick von mir wissen. Was zur Hölle ist denn jetzt schon wieder los? Ich habe niemandem irgendetwas gegeben! „Ich habe ihm kein Geld gegeben.“ sage ich und erwidere ihren Blick. „Gut“ ist ihre kurze Antwort und sie nimmt schweigend meinen Reisepass und mein vorläufiges Ticket entgegen. Während sie die Daten in den Rechner eingibt und mir mein richtiges Ticket wieder ausgibt spricht sie jetzt ruhig weiter. „Der wird wiederkommen, wenn sie hier fertig sind. Geben sie ihm maximal fünf Rand (Das sind in etwa 33 Cent), lassen sie sich in keine Gespräche verwickeln und vertrauen sie nur Leuten in Sicherheitswesten mit Ausweis. Begeben sie sich einfach auf dem schnellsten Weg in den Check-in-Bereich.“ Ich will mich gerade für ihre Aufklärung bedanken als sie den Finger hebt und hinzufügt: „Und gehen sie nicht den Weg zurück, den sie gekommen sind, gehen sie vorne herum. Dort wo die Polizisten stehen.“ Sie deutet nach „vorne“ ich folge ihrer Richtungsangabe und kann fünf Polizisten mit ihren Shotguns sehen die sich an einem Geländer anlehnen. „Dann wird er sich wahrscheinlich erst gar nicht trauen ihnen zu folgen“.

Wiedersehen

Im Check-in-Bereich angekommen frühstücke ich erst mal entspannt. Der Kerl, der wie aus einem Mode-Katalog aussah ist nicht mehr aufgetaucht und die 5 Rand Münze, die ich mir für ihn zurechtgelegt hatte kann ich gleich dem Trinkgeld für das Frühstück hinzufügen.

Ich ziehe mein Tagebuch aus dem Rucksack und schreibe in Ruhe all das auf was mir in den letzten 24 Stunden passiert ist. Die Uhr behalte ich dabei ganz genau im Blick. Eine gute Stunde vor dem Boarding laufe ich schlendernd zum Flugsteig. Ich schaue links und rechts in die Läden, passiere den Outdoorshop aus dem ich gestern gestürmt bin und erreiche fast die Treppe zum Flugsteig als mir jemand in einem Souvenirshop auffällt. Ich muss grinsen, freue mich schon auf die Reaktion der Person und trete von hinten an sie heran. „Entschuldigen Sie, sind sie zufällig Prinzessin Swildan?“. Lili dreht sich in Zeitlupe um, als wir uns ansehen fallen wir beide in schallendes Gelächter. „Was zur Hölle machst du denn hier? Solltest du nicht in Namibia sein?“ ist ihre erste begründete Frage nachdem wir wieder Luft haben. Ich erzähle der schwedischen Volontärin, mit der ich die letzten Wochen auf der Nashornauffangstation einige Abenteuer erlebt habe, in Kurzform was passiert ist. Während ich berichte schüttelt sie immer wieder grinsend den Kopf. Nach zehn Minuten gutgelauntem Austausch verabschieden wir uns nun zum zweiten Mal und ich wünsche ihr wieder viel Spaß auf Madagaskar – ihrem nächsten Resieziel. Für mich wird es jetzt endlich, mit einem Tag Verzögerung, wieder Zeit Namibia zu erleben. Ich freu mich drauf.

Junger verwaister Gepard in Namibia
Mein Ziel in Namibia – zurück zu den Raubkatzen.

Ende meiner „Outtake“ Bonus-Story, wies weiter geht erfahrt ihr natürlich in meinem Buch.

Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht zu lesen!

Unfreiwillig in Johannesburg – TEIL I

Dieser Blogeintrag ist Bonusmaterial zu meinem Buch >ÜBERLEBEN<

Denn diese spannende und auch etwas lustige Geschichte hat ganz einfach nicht mehr ins Buch gepasst. Aber zum Glück doch noch seinen Weg auf meinen Blog gefunden.

Erster Teil meiner Bonus-Stroy “Unfreiwillig in Johannesburg”.

Viel Spaß beim Lesen!

Care for Wild - Rhino Sanctuary
Gerade eben noch auf der Rhino Sanctuary abseits der Zivilisation. (Foto: Tom Bickles, Februar 2017)

Orientierung: Gerade eben habe ich die Nashorn-Auffangstation im tiefen südafrikanischen Busch verlassen. Die viele körperliche Arbeit brennt noch in meinen Muskeln. Der „Rhino-War“ und hundert andere Eindrücke drehen sich in meinem Kopf, als ich mich auf den Weg nach Johannesburg mache. Von dort aus soll es weiter gehen ins Nachbarland Namibia, genauer gesagt nach Windhoek. Von der namibischen Hauptstadt werde ich dann weiterreisen auf die Auffangstation in der Kalahari, zurück zu den Raubkatzen und Wildhunden. Soweit der Plan.

Landung in der berüchtigten Stadt Johannesburg. Der Flug, mit dem ich ankomme, wäre fast wegen Unwetter abgesagt worden aber wir hatten Glück und die Maschine konnte abheben bevor das Gewitter den kleinen Flughafen erreichte.

„Joburg“ wie ihr Spitzname lautet, ist nicht wirklich eine Stadt, die mich reizt, aber sie ist nun mal ein Knotenpunkt für den Flugverkehr im südlichen Afrika. Die Stadt galt einige Jahre als gefährlichste Stadt der Welt, zusammen mit den hier erfahrenen Erlebnissen die mir ein paar Leute von der Nashorn-Auffangstation im Vorfeld erzählt haben wirkt die Stadt nicht gerade einladend und alles andere als sicher. Beim Hinflug hatte ich gerade mal vierzig Minuten Zeit zum „umsteigen“ in meine nächste Maschine Richtung Nashorn-Auffangstation und auch jetzt bin ich froh, dass ich hier nur ein paar Stunden Aufenthalt am Flughafen habe bevor es um halb acht abends weiter nach Namibia geht.

Okay Sebastian jetzt bist du nicht mehr im tiefen Busch, sondern in der Zivilisation, sage ich zu mir selbst und beobachte die mir fremd gewordenen hektischen Menschenmassen. Ich schaue auf die Uhr, fast vier Stunden noch bis zum Abflug, mehr als genug Zeit um die paar Kleinigkeiten, die ich mir auf einer Liste zusammen geschrieben habe zu besorgen. Unter anderem brauche ich ein neues Tagebuch, Sonnencreme, eins zwei Souvenirs und eine neue Kappe wäre auch gut. Meine alte ist durch Schweiß, Dreck und die starke Sonne ziemlich „fucked up“.

Vertraute Laute in Johannesburg

Während ich den Schildern folge höre ich es plötzlich wieder, vertraut und doch fremd – die deutsche Sprache. Tatsächlich kleine Touristengruppen in karierten Kurzarmhemden, mit unter den Arm geklemmten Jack-Wolfskin Jacken und schlecht gelaunten Gesichtern überholen mich. Ja das sind sie, die Deutschen, denke ich und vergesse kurz das ich selbst einer bin. Nur die weißen Tennissocken in Sandalen sehe ich zum Glück nicht, hat sich wohl endlich nach ein paar Jahrzehnten überall herumgesprochen wie bescheuert das aussieht. Ich fühle mich fast wie ein Naturforscher, der eine äußerst interessante Spezies beobachtet, meine eigene.

Breitmaulnashorn Bulle by Sebastian Hilpert
Die Spezies mit der ich in den Wochen vor Johannesburg am meisten zu tun hatte.

Den weitläufigen Flughafen erkundend, bleibe ich immer dann lauschend stehen, wenn ich eine Touristengruppe deutsch sprechen höre. Denn ich freu mich nach den vielen Wochen, in denen ich mich auf Englisch austauschen konnte jetzt wieder meine vertraute Sprache zu hören. Doch was ich höre schockt mich, mehr als achtzig Prozent der Gespräche und Äußerungen sind negativ. Sie alle sind mit ihren sauberen Klamotten auf dem Weg in den Urlaub oder kommen gerade aus diesem und haben nichts Besseres zu tun als sich am laufenden Band über Lächerlichkeiten zu beschweren. Sie meckern über die Kaffeepreise der Restaurants, sie sind unzufrieden darüber, dass niemand vom Flughafenpersonal deutsch spricht (Hallo wir sind hier in Südafrika und nicht auf Sylt!) und sie wirken fast alle enorm gehetzt, sind aber gleichzeitig genervt davon, dass sie „noch solange“ auf ihren Flug warten müssen.

Ich selbst stehe mit meiner oliv und khakifarbigen Kleidung, aus der der Dreck der letzten Wochen nur notdürftig gewaschen ist, daneben und staune. Der Großteil meiner Landsleute fliegt offensichtlich nur in den Urlaub, um zur Abwechslung auch mal außerhalb von Deutschland schlechte Laune zu haben. Ich bin wirklich entsetzt. Natürlich gibt es auch Ausnahmen aber die meisten der vierzig bis siebzig Jährigen sind hier von Grund auf negativ. Und aus dieser Altersklasse kommen mit Abstand die meisten der deutschsprachigen Touristen, die mir hier begegnen. Bin ich auch so? War ich mal so? Grundsätzliche Negativität trotz Luxus? Uns geht es im Vergleich zu den allermeisten Ländern doch verdammt gut. Wir sind ein demokratischer Rechtsstaat, haben immer fließend Wasser, Strom und eine funktionierende Infrastruktur. Wir haben sogar ein Sozialsystem und ein Gesundheitssystem. Auch wenn diese beiden Systeme sicherlich ausbaufähig sind, wir haben sie und das ist keine Selbstverständlichkeit. Milliarden Menschen in anderen Ländern können von unseren Sicherheiten und Freiheiten nur träumen. Doch statt das zu schätzen meckern wir lieber, suchen nach dem Haar in der Suppe und haben scheinbar Angst vor jeder Art von Veränderung.

So etwas passiert nur anderen

Mich beschäftigt das auffallend negative Verhalten der deutschen Touristen so sehr, dass ich fast die Zeit vergesse. Kontrolle, die Uhr sagt mir, dass ich noch dreißig Minuten bis zum Boarding habe, genug Zeit, um nach einer neuen Kappe in dem Outdoorshop zu sehen. Aus den Lautsprechern krächzen immer wieder mal halb verständliche Durchsagen, meist Personenaufrufe die Gefahr laufen ihre Flieger in Kürze zu verpassen. Ich frag mich wer so knapp anreist, dass er wirklich Gefahr läuft seinen Flug zu verpassen. Klar kann immer wieder mal etwas dazwischenkommen, aber das muss man eben mit genug Puffer einkalkulieren. Flug verpassen, nein so etwas wird mir mal nicht passieren.

Ich finde und bezahle eine grüne unkomplizierte Kappe. Nach etwas Smalltalk mit der Verkäuferin will ich gerade wieder mein Flugticket einstecken, welches man zum Zahlen vorzeigen muss als ich nochmals auf die Abflugzeit schaue. Die jetzt ist! Ströme von Hitze und Kälte durchfahren mich wellenartig von einer auf die andere Sekunde. Ich stürme so schnell ich kann in Richtung meines Flugsteiges. Weiche erschrockenen Menschengruppen aus und bleibe an eins zwei unvorsichtigen Personen hängen. Verdammt war ich wirklich so sehr abgelenkt, dass ich ausversehen die Abflugzeit mit Boardingzeit verwechselt habe?! Ja war ich verflucht nochmal! Ich haste die Treppen hinunter zu meinem Flugsteig, aber ich kann bereits sehen, dass er geschlossen ist, kein Mensch steht mehr dort.

In Südafrika, zurück nach Südafrika…

Was mach ich jetzt? Ich steuere die erste Flughafenmitarbeiterin an die ich finden kann. Sie erklärt mir, dass ich zur Information Station muss, evtl. gibt es ja heute einen weiteren Flug nach Windhoek auf dem noch ein Platz frei ist. Okay, das mach ich, denke ich mit stark erhöhtem Puls und ärgere mich unendlich über mich selbst. Verschwitzt und gestresst erreiche ich die Information. Der Mitarbeiter teilt mir mit, dass heute kein weiterer Flug nach Namibia geht, ich habe den letzten des Tages verpasst. Fuck! FUCK!! FUUUCK!!! „Sie müssen bei der Airline einen neuen Flug für Morgen buchen, heute geht definitiv nichts mehr.“ sagt er freundlich. Heute geht nichts mehr, ich versuche das zu verarbeiten, das bedeutet ich muss in Johannesburg übernachten! Aber wo? „Doch zuerst müssen sie wieder in Südafrika einreisen.“ ergänzt er noch. „Ich muss was?“ frage ich völlig verwirrt. Ich befinde mich doch noch in Südafrika. „Laut Reisepass sind sie bereits ausgereist und befinden sich in Richtung Namibia. Sie müssen jetzt erst mal wieder rückwärts durch alle Kontrollen bis zur Passkontrolle und sich dort eine Verlängerung von mindestens einem Tag geben lassen.“

Sebastian Hilpert pflegt Gepard in Namibia
Ziel meines verpassten Fluges – die Auffangstation in Namibia auf der ich bereits 2015 arbeitete.

Als passenden Soundtrack für meine folgende einstündige abendliche Hetzjagd durch den Flughafen von „Joburg“ würde ich wohl etwas von KORN wählen. Laut, hektisch aggressiv, ja das würde passen.

Mit rotem Gesicht und schwitzend haste ich durch die Gänge des Flughafens und frage mich im kurzen Kommandoton kommunizierend von einer Stelle zur nächsten. Währenddessen telefoniere ich mit Lisa (meine damalige Partnerin), die mein unerwarteter Anruf in der heißen Badewanne im eiskalten Deutschland überraschte. Sie wiederum kontaktiert meinen Reiseagenten, Herrn Grün. Einer der wohl am meist entspannten Menschen Mitteleuropas. Er erklärt mir in völlig ruhigen Ton, dass eine Sache in Johannesburg elementar ist. Das Gepäck! Ist es hier einmal weg taucht es auch nicht wieder auf. „Aber ist das nicht jetzt schon auf dem Weg nach Namibia?“ will ich von ihm wissen. „Nein, wenn sie nicht an Bord gegangen sind wird Ihr Gepäck wieder entladen. Finde sie ihr Gepäck als erstes, alles andere können wir danach regeln. Ich schaue mich schon mal für Sie nach verfügbaren Hotels in Johannesburg um.“ Gut, seine Ruhe ist so stark das sie ansteckend wirkt.

OFF LOADED

Mittlerweile bin ich auch wieder laut meines Reisepasses in Südafrika. Auf der Suche nach meinem Gepäck werde ich immer weiter in die Eingeweide des Flughafens gelotst. Andere Touristen sehe ich hier gar nicht mehr. Hin und wieder sitzen ein paar sehr entspannt wirkende Flughafen Mitarbeiter auf Plastikstühlen und sorgen dafür, dass ich mich nicht völlig verlaufe. Endlich komme ich in eine Halle in der sicherlich zwei bis dreihundert Gepäckstücke aufgereiht in zwei Linien liegen. „Alle von heute“ sagt ein an der Wand lehnender grinsender Mann mit Sicherheitsweste. Ich gehe die Gepäckreihen ab, doch mein olivfarbener skandinavischer Wanderrucksack ist nicht dabei. Der Sicherheitswesten-Typ sagt, dass ich es noch in einem Bereich ca. 200 Meter von hier versuchen kann, das wäre die letzte Möglichkeit wo mein Gepäck sein könnte. „Und wenn es dort nicht ist?“

Er zuckt mit den Schultern, okay nicht aufgeben weiter gehen. Ich erreiche nach 200 Metern eine Einbuchtung, in der ein einzelner grauhaariger Mitarbeiter sitzt, neben ihm sind genau drei Gepäckstücke, meines ist nicht dabei. FUCK! Brülle ich in Gedanken. Was mach ich jetzt? Eine Klappe im Boden hinter dem Mann wird plötzlich von außen aufgeschoben. Lauter Fluglärm schlägt uns aus der Luke entgegen und ich kann ein Stück Flugbahn sehen. Ein Rucksack wird von außen in die Einbuchtung gehoben. Er ist olivgrün ein großer roter Aufkleber klebt auf ihm. „OFF LOADED“ steht darauf. Ich atme auf, es ist tatsächlich meiner.

Fortsetzung der Story

Ende des ersten Teiles meiner Zusatzstory, wie es weiter geht, welche komischen Gestalten mir noch in der Stadt begegnete, warum mein Flug nicht umgebucht wurde und wo ich überhaupt übernachten konnte – alles nächste Woche im Teil II von “Unfreiwillig in Johannesburg”.

“UEBERLEBEN” THE BOOK

IT’S SO FAR! MY BOOK IS HERE!!!

I’m bursting with excitement and joy! After almost one and a half years of intensive work, my first book has now been published! As you can see in the video above I am a little short of words! The feelings simply go crazy…

All my adventurous experiences in Namibia and South Africa have flowed into this incredibly important heart project. I am so happy to finally be able to share everything with you! Intense felt Africa, extraordinary wildlife encounters, backgrounds to safari, volunteer work, hunting and poaching. Simply, about life and survival there. Written as close, honestly and personally as I could. In addition many impressive photos and further bonus material! Just have a look! The book is available in all bookstores in Germany, Austria and Switzerland. Otherwise it is of course also available online.

LINK TO ONLINE ORDER

The official book description:

“Deep in southern Africa, in the midst of breathtaking landscapes, where cheetahs clean his head, meerkats bite his Achilles tendon and he meets a black rhino on foot, Sebastian Hilpert experiences adventures he never could have imagined. He had been a soldier for twelve years and in the end had distanced himself so far from himself that he plunged into a depression. The path of spiritual healing leads him to orphaned cats of prey in the Kalahari and on to a rhino sanctuary in South Africa, where the Rhino War, the war for the last rhinos, rages mercilessly. As a volunteer he takes care of orphaned and injured animals, raises caracals and rhinos with a bottle and learns first-hand about the harshness of nature as well as the unscrupulousness of poachers. Later he travels as a photographer through the impressive vastness of Namibia and works as a gamekeeper in a wildlife reserve. A book full of commitment and adventure in almost untouched nature and at the same time a story of inner growth that reminds us of the responsibility we bear: towards the living creatures of this earth and ourselves”.

 

SOMEWHERE IN NAMIBIA – ON PATROL

An atmospheric, short personal video with fascinating landscape and animal shots from Namibia.

Our biodiversity is impressive, fascinating and wonderful. But in order to preserve it further, it must be strongly and above all actively protected in many parts of the world. Without this protection it is simply not possible anymore. Within a very short time, many species would be exterminated by the destruction of habitats and poaching. But nature and species conservation is also multifaceted. Research, serious conservation organisations, reception stations and private wildlife reserves are just a few examples.

In August and September 2017 I accompanied my friend Louis in his work as a gamekeeper on one of these huge private game reserves. Wildlife management and anti-wild patrols in the Namibian bush – that was our daily work. This stay was my most intensive time in Africa so far. Neither my stays as a photographer on safari, nor as a volunteer at various wildlife sanctuaries have kept me so busy.

In August 2018 I travelled again to Namibia. Of course I also visited Louis again. This time only two weeks, but together with my brother Alex. Who made these wonderful film shoots of us during this time. We are watching on patrol, the impressive Namibian landscape and wildlife. I hope the short video that came out of it can show you a little why I feel so magically attracted to this country.

PS. TAKE A LOOK AT IT IN HD AND FULL SCREEN. Watch it in HD and full screen.

PPS. LET ME KNOW. Let me know if you’d like to see more of these videos.

PPPS. May very gladly be commented, shared and distributed.

Mein Rückblick auf 2017

Wildhüter Sebastian Hilpert mit Beagle Welpen Stouter Kabouter in Namibia

Ein ereignisreiches und erkenntnisreiches Jahr liegt hinter mir.

Nachdem meine Militärdienstzeit nach 12 Jahren zu Ende ging hieß es für mich gleich Anfang Januar „zurück nach Afrika“. Erst in den Südafrikanischen Busch auf eine Nashorn-Auffangstation um dort als Volontär die Auswirkungen des „Rhinowar“ hautnah zu erleben. Gleich im Anschluss weiter um den Rest des Februars und den März auf der Wildtierauffangstation in der namibischen Kalahari zu verbringen wo vor fast drei Jahren meine Afrika-Leidenschaft begonnen hat. Nach nur einem Monat Pause und reparieren meiner Kamera in Deutschland ging es im April/Mai wieder nach Namibia, diesmal selbstständig als Fotograf auf Safari. Höhepunkt des Jahres war dann im August und September meine insgesamt fünfte Namibia-Reise. Zu Gast bei namibischen Freunden, wo ich die Möglichkeit hatte sie bei der täglichen Arbeit auf einem riesigen privaten Wildtierreservat zu begleiten. Wildtiermanagement und Antiwilderer Patrouillen waren hier der klare und blutige Schwerpunkt.

So viele neue Erlebnisse, Eindrücke und interessante Menschen durfte ich dieses Jahr kennenlernen. Tausende von Bildern aufnehmen. Doch, 2017 war ein tolles Jahr, wenn auch nicht immer alles super positiv oder leicht zu verdauen war, aber alle Erkenntnisse waren und sind wichtig.
Danke an alle die mich dieses Jahr in welcher Form auch immer unterstützt haben! Ich wünsche euch ein tolles und erfolgreiches Jahr 2018!!!

Ps. Der kleine Beagle Welpe den ich auf dem Foto im Arm habe gehört meinen namibischen Freunden und war im August/September mein ständiger Begleiter.

“Owl Baerbel and double cream”

Together with the Eurasian owl through the forest

Occasional orange sun beams make their way through the dense forest which consists mainly of young birch trees in this area. Baerbel is sitting tightly on my arm and I can clearly feel her claws. Her head with its huge orange-glowing eyes is observantly yet calmly moving from side to side watching every movement around her. Baerbel is a Eurasian owl.

Brilliancy!

This type of owl is the biggest one having a wingspan from 1.70m to 1.80m. It kills its prey with its strong claws right at the spot without any further help of its beak. That way it kills a fully grown fox in less than three seconds. Whether it would take the owl one or two seconds more to kill a Labrador, I’m not keen to find out. Fortunately, the woman passing us by is smart enough to keep her Labrador on the leash and making a big circle around us.

It’s our fourth or fifth time visiting falconer Tanja who has become world famous with her pictures of her German Sheppard dog “Ingo” and her Minervas’s owl “Poldi” during the past two years. She’s humble, grounded and still in touch with reality. Anyway, she wins international awards and her pictures are printed in magazines all over the globe.

Together with “Ingo” and “Poldi” to worldwide fame. Source: Tanja Brandt – www.ingoundelse.de

We leave the forest behind and step onto a field with knee-high weed. Tanja is looking for a good position while holding her Nikon with its great great 300mm 2,8 objective. I take off the falconry gauntlet, so we can see from what we want to take the pictures from: the tattoo of Baerbel on my left underarm together with its living model.

The owl claws into the naked skin of my right arm and Tanja lets us move a little bit to the right so that the background suits the foreground.

Right at that moment Baerbel seems to see something at the edge of the woods which seems to bother her. She wants to fly off my arm but I can grab her just in time to keep her from leaving. I’m making the mistake to grab her with my left hand as well trying to put her back on my arm. Burning pain shoots through my hand because one of her claws had grazed my hand. Luckily, only the top layer of my skin is lacerated by this incidental touch of Baerbel. In just five days the wound will have totally healed; way faster than the bite of a meerkat.

Exterior side of my left underarm. You can see the profile of Baerbel’s head. Black pecker, orange eye and her “ear feathers” can clearly be seen.

Baerbel is back on my arm and Tanja is taking some pictures together with Lisa. Afterwards we walk back through the dense forest to the falconry to look after Tanja’s gryphons.

After that, we leave for the ice cream parlour right in the middle of the “beautiful Remscheid”, or is it Wuppertal? I cannot tell them apart. Here you are driving along the very same street, passing three times the place-name sign “Remscheid” and twice the sign of “Wuppertal”, as someone born in Wuerzburg this confuses me. Well, anyway, GPS will lead us the way.

Like the two years before, Tanja orders the very same dish:” Four scoops of strawberry with double whipped cream please, because of my diet.”

Tanja and Baerbel

The Anteater-dragon

 

Tail of the „Anteater-dragon“

Sun is setting in the west and already that deep that the brim of my head offers no more protection against the still strong sun beams. It’s windy, vegetation is quite dense for that time of the year and we – we’re looking for a needle in a haystack.

The private wildlife protectorate “Erindi” comprises 700 km² or 70 000 hectare. A place where you can easily drive past a herd of elephants which is only 100 meters away, and you still didn’t see them. The animal we’re looking is between 40 to 80cm long and well camouflaged. Our only chance is a little DF transmitter it is wearing. Its range is limited and even we could capture its signal it wouldn’t mean finding our needle.

Right now you might be asking yourself, what animal is he talking about? It’s one of the rarest mammals you can be looking for in southern Africa. It’s one of the less examined, most endangered, most bizarre and most fascinating animals.

To make it short: it seems to be a mixture of an anteater and a little dragon – an anteater-dragon; this would be my attempt of describing it.

The English name is “Pangolin” – a name I kind of like – whereas the German name “Schuppentier” (scale animal) seems quite impersonal to me. Don’t mix it up with an armadillo. Anyway, this animal deserves a melodious name – so I will stick to its English name “Pangolin”.

And that’s the animal we’re looking for. It’s just the three of us sitting in an huge, olive green Land Rover whose driving comfort reminds me of my time in a light wheeled tank during my time in the forces.

The three of us: our guide Warren, Lisa and I. Warren is a Pangolin expert in Erindi. Nobody had ever spotted as many Pangolins as he has. They even have a ranking who of the guides has seen the most Pangolins in his or her life (or if they have seen at least one).

We start in the late afternoon because Pangolins are crepuscular to nocturnal. First, we have an half an hour drive through the scrub to the highest still passable mountain – the “Officehill”. The view is breathtaking. Scrub as far as you can see – only partly separated by smaller ranges of hills or massive mountains in the far distance. Warren gets out, assembles the aerial of the DF transmitter and climbs a bit higher.

On top of “Officehill”

Until he comes back I’m using my time to take some pictures. When he comes back he’s just shaking his head. No signal. We have to try it somewhere else. He tells us, all the last three attempts to find a Pangolin were without any success. We continue the search – of course. We’re driving down the adventurous “Officehill” in order to have a second try near a different rock formation20 minutes later.

This time he catches a weak signal in western direction. Weak – yet a signal!

Unfortunately, that doesn’t automatically mean that we will find it. He could be in an impassable area, or in a cave under the earth or a predator might have ripped it off while trying to crack the Pangolin open.

Neither big cats like lions, leopards, nor wild dogs nor birds of prey have a chance to crack the overlapping scales if it has curled up into a ball. Only hyenas would have a chance because of them having the strongest bite of all animals.

What is a Pangolin eating? Ants, a lot of ants! Wandering through the night, it catches about 300 000 ants with its tongue which is between 20 and 60 centimeters long. That sums up to a weight of 1 kilogram of ants – while only weighing between 8 to 35 kilograms itself.

Next stop, next signal check. There it is – a constant peeping! A clear signal coming from the northern direction but: there’s no bush path to be seen. So, we have to go across country. The signal is getting stronger und the intervals are getting shorter. We stop several times to check the direction while the sun hasn’t set yet. I really hope finding the Pangolin while we have some daylight left so I would be able to take some pictures.

Warren who was focused all the time stops again and gets off the car. He walks a little bit and comes back after two minutes. He’s smiling from ear to ear. “You found it?”, I’m asking excited. “Yes”, he answers, still smiling. “Right over there, sleeping under that little tree. Not in a cave, right here under the sky.” YES! Lucky me! We get off the car and follow our still smiling guide through the bush.

Pangolin, the little face (not visible right now) lying on the ground under its scales. A safe way to sleep.

Suddenly, there it is – a camouflaged little rock, which isn’t one. A rock made out of scales. Its itsy-bitsy face lying on the ground, protected by the scales of its upper body. It’s a fascinating sight and I’m very excited.

Warren drives the car a little bit closer and uses the radio to tell the other guides that he found another of these mythical creatures. I’m taking come close-ups of the wonderful scales when I suddenly hear a sound: a quiet, but deep breathing with occasional sighs – quite similar to our cats at home! That’s just like Peter our tomcat sounds when he sleeps safe and sound. I’m asking Lisa and warren if they can hear it too. Our guide comes closer until the both of us are only about 20 centimeters away from the Pangolin.”Yes, it’s incredible”, Warren says. “He’s snoring, I’ve never heard that before!”.

How awesome is that?! I’m falling right away in love with the anteater-dragon which sounds just like our tomcat at home.

The small snoring Pangolin and I – his newest biggest fan!

In the meantime, the news had reached all the guides who are trying to convince their guests to take that trip instead of looking for lions or elephants. Obviously, most of them don’t really know what a Pangolin is and don’t want to go across country for that not-well known animal. Unfortunately, the average safari guest only want to see the “Big Five”, because that’s what you must have seen. If an animal isn’t exceptional loud or big, it’s not worth looking for. They only want to see elephants or lions and, if possible, all in one day. Poor guides! If it were for me – so much stupidity and ignorance would freak me out!

How exceptional is it to see a wildlife Pangolin? Warren, a guide in Erindi for 9 years, has a clear answer to that:

Only one in a million visitors of the Krüger National park will see a Pangolin – maybe.”

300 000 ants per day… fascinating.

The reason for the rare occurance of the Pangolin is – once again – mankind. The prices are high – the penalties are even higher than for the illegal trade of the horn of a rhino. Main customers, with over 90%, come from China – once again.

My opinion of China is not very. This comes both from my experiences at the rhino rescue center in South Africa (LINK) and several negative encounters with Chinese people. This lead to a strong refusal of the Chinese culture by me which is, in my eyes, without any respect for nature and the animals living on this planet.

In the meantime, our little ant bandit has woken up and has curled itself into a ball. I can see its little sharp face with its beady eyes – for about three seconds.

The sun sets and we leave the Pangolin, so it can go on its nocturnal hunting trip.

When we got into the Land Rover, the wind has slowed down and I add a not-cat type animal to my most favored animals. Well, at least it sounds like a cat while being asleep.

Swakopmund – between the Namibian desert, the Atlantic, emperor and Smallworld

Swakopmund’s landmark at sundown, the lighthouse built 1902

It’s almost like being in Germany, a place you have to go to!” This is what I was told about the little coastal town with its prominent red and white lighthouse during my first stay in Namibia in spring 2015. Frankly speaking, why should I take a 10-hour flight from Germany to Namibia, add a 5-hour car drive just to visit a place which is supposed to be “just like Germany”? I make my trips to South Africa in order to escape good old Germany, not to visit some kind of German offspring. I could have had this way easier – I could have just stayed where I was. These were my thoughts back in December 2015. Soon after that, I visited this town anyway while I was travelling through Namibia – and I was positively surprised. It was completely different to what I had expected. That’s why I paid the small town of Swakopmund and its 43.000 inhabitants a second visit in April 2017. That’s why I’m writing this blog entry.

Mexican-like flat roofs, broad American-like streets – that’s what you can find right next to the oldest desert on earth which you can see if you’re standing on the right crossing looking south. If you turn your head away from the south to the west, you will see the sparkling and ice-cold Atlantic Ocean. “Just like Germany”? Definitely not! Nevertheless, this is the city where you can still see best the German influences of the colonial times. That isn’t bad at all, because that makes it kind of a special place. It’s the most favored holiday destination in Namibia, even for Namibians.

“Bismark Straße” – some old street names still exist

What makes this town one of a kind?


Responsible for that are several factors. First, its remarkable location: the Namibian desert in the south, the Atlantic in the west and the Skeleton coast in the north.

Second, the climatic conditions – you have two days of rain per year. Two days! If you don’t watch out, you might miss one just my oversleeping.

“Jetty” – this catwalk reaches 300 meters into the cold South Atlantic

Third, the architecture of the town centre. The German colonial time between 1884 and 1915 left its marks here – wilhelminische pediments and art nouveau fronts can be found. Right here in Africa – that’s incredible! Right across from our accommodation you can find the Protestant Lutheran Church which was was consecrated in 1912. It looks just like being teleported from a Middle German town. Not only the church, but also the old farm from 1901, the “Alte Amtsgericht”, the lighthouse, the Woermann house, the Hohenzoller house or die old barracks – all of them were designed and built following the example set by the German architecture during the “Kaiserzeit”. Those combined with palm trees and the sand on the street – a special and unique flair.

Safety measures – everyone in Swakopmund protects his/her land with barbed wire and an alarm. In the background: Protestant Lutheran Church from 1912

Activitites

“I’m sorry, we’re completely booked out”. “Nothing in the next three days? All travel agencies are booked out?” “Unfortunately yes.”

The “Living Dessert Tour” was recommended to me from all sides, but obviously we had underestimated the demand. “Most people book the tour at home before their trip. Demand is rising, more and more tourists are visiting our country.” That’s what the nice lady at the information told me. She was right with that.

Two years ago fewer than 25% of today’s tourists were crossing our paths. Luckily, Namibia is still far away from getting this mass tourism flair. Still, I have to advise you to book desert tours, hot air balloon trips, skydiving etc. before your trip, otherwise you will share our destiny…

Fortunately, there are a lot of things left to do.

The Damara tower at the anchorage is perfect to become a good view of the city. The tower is 25 meters high and belongs to the “Woermann” house which was built in 1894. It’s one of the oldest buildings in the town. The view from its top is impressive: right behind the roofs of the town you can see the dunes of the Namibian desert reaching for the Atlantic Ocean.

View from the Damara tower southwards; dunes on the left, ocean on the right

Swakopmund museum is privately run and very interesting, therefore perfect for a relaxed Sunday afternoon walk when all the other shops are closed.

The museum is bigger on the inside than you might think from the outside and offers a big variety of historical and cultural pieces of Namibia.

My little inside tip for those who like to take the unusual and remarkable picture, or wanted to travel the coast northwards anyway:

Take the coastal highway from Swakopmund heading in the direction of Skeleton coast. You’ll have the surf of the sea to the left and wasteland to your right. After about 50km you will see something rising up out of the water which made me shiver when I first saw it. It was December 2015 when I was heading to Damaraland. The coast was foggy and the missing sun made the land look grey and lifeless. Suddenly, a post apocalyptic nightmare of a ship wreck rose right in front of me. Back then I didn’t stop to take a picture. That bothered me and so, I made up for it this year.

We got up in the early hours of the morning to take pictures of the Angolan cutter “Zeila” in the morning light. In the meantime, they had even put up a small sign which tells you about the wreck. Right next to the street, you’ll find an even spot to park your car and gives you the opportunity to walk a few steps to get to the beach. I love photo motifs like that!

Shipwreck at the coast – “Zeila”, 50km north of Swakopmund

Restaurants & Cafés

Food is important – especially good food. If I’m in a bad mood, give me something good to eat or a well-brewed coffee and my mood lightens up immediately.

Good restaurants are numerous, I will only write about those I visited personally.

Imagine that: I’m standing in the burning African sun, 32° degrees Celsius, smelling the salty sea air and read this:”Hopfen und Malz, Gott erhalts”. (God shall protect our hop and malt)

It’s the “Swakopmund Brauhaus” (brewery) with a ceiling decorated with flags from all over the world, but especially those from Germany. Next to the flags of Finland and Wales, you will find those of Bremen, Hamburg, Saxony, Bavaria, and even those from Franconia and Lower Franconia.

The best way to strike up a conversation with locals is to take a seat at the bar. The food are typical German dishes which are accompanied by beer which is mainly brewed after the German “Reinheitsgebot” (beer purity law). Although the whine menu is huge, it seems not to be of a big interest for the South African tourists. That is, right after the German tourists, the second largest group of tourists in Namibia. The South African tourists seem to love the large, boot-shaped beer glasses which contain up to two liters of beer. This is according to their guidebook a typical German way to drink beer. I’m sorry guys, we only have the “Maßbier” which contains “only” one liter – otherwise the beer would become stale before you could drink it up…

Flags and beer – Swakopmund Brauhaus

Sushi in Namibia? Why not? I even think it was the best Sushi I’ve ever had. The “Ocean Cellar” belongs to a hotel, but that didn’t bother me at all. Fish, sea food and the Sushi – it was excellent. Besides that, sitting on the terrace, you have an great view over the little beach where brave ones of every age jump into the sea – which has only about 18 to 20° degress Celsius.

So totally different than the rest of this country. Waiting for our Sushi in the shadows of our sun screen.

Coffee, Coffee, Coffee

I like good coffee. No instant or filter coffee, only the real good stuff from Italian coffee machines, for example.

Who wants something bizarre visits “Café Anton”. The café can be found in the “Schweizer Haus” (Swiss house) which has a beautiful terrace with a view overlooking the lighthouse. Bizarre is the style of it: it’s completely decorated in the style of the German 1970s. Furthermore, you can order a “Schwarzwälderkirschtorte” (Black Forest gâteau) or a ”Frankfurter Kranz“ (ring-shaped, layered cake with cream filling) to your coffee. For someone like me, for whom Namibia is bush and wilderness, this appears to be quite confusing. That’s Swakopmund.

Colorful, typical African, full of the joys of life and marvelous uncomplicated, and with it huge breakfast sandwiches, that’s what the “Village Café” stands for. The colorful inner courtyard with its old VW Bulli is a great place to veg out. A must-visit place.

The smell of freshly roasted and grinded coffee comes from the “Slowtown”. You could find this café in a hotspot in Hamburg, Vienna or Berlin with its new and modern interior. It’s comfy and bright, with home brewed and grinded coffee which is joined by incredible cakes (I only know one café in Germany which makes better ones). Again, you can see the lighthouse from the terrace. I really love this place. From all the cafes we visited, this one’s my favorite one.

Incredible coffee experience in house or freshly roasted coffee and muffin to go? “Slowtown” has it all – with the best quality

And what else – why Swakopmund again?

What makes a place a spot you want to visit again? The huge numbers of shops? All the shops with safari equipment, books (among others the oldest one of Namibia from 1910) and souvenirs? The achitectural design? The unique location? What is it?

For me, a special place is a spot where people live I want to meet again. For Swakopmund, this is an artist we’ver met in 2015. He’s a builder and a creative jewelry artist. He surfs the Atlantic waves for over 30 years and lives on a farm in the desert. His name is Karsten and he owns a little jewelry shop calles “Smallworld” at the Ankerplatz.

Probably the most beautiful jewelry of the planet – right in “Smallworld”

That’s where he sells lavishly designed necklaces, bracelets and more little works of art. The material he uses are semi-precious stones which come, for example, from the Namibian desert or from the Brandberg massif. Every piece is an unicum and I’m overwhelmed by his work. I’m already wearing three of his bracelets and I would have more, if I could afford it…

Yes, that’s my hand in the sunset…

We had the honor of being invited several times to his place. Outside Swakopmund he has his little creative paradise right in the middle of nowhere. A farm with flat roofs and terraces, designed with all his heart and incomparable to anything I’ve seen before. It’s a pleasure just sitting there, enjoying a good cup of coffee or having a barbecue while experiencing the sunset. The last light if the day paints the desert in a honey color while it becomes more red with every minute, and the shadows grow longer and darker.

Karsten’s new terrace, with overlook of the halfpipe. Marvelous!

Two years ago, several skater pros from Germany, the US and Canada stayed there with us. Why? Because Karsten had built a halfpipe for his sun right between some rocks. A halfpipe in the African desert – something you must have seen, especially as a pro.

Karsten has some plans for his farm. He wants to add some crash pads and a café in the next two years. I really hope, he follows his plan. I couldn’t imagine any place better for my future stays.

Catperson 😉

Rhino sanctuary – Care for Wild Africa – Video

„Hello guys, and welcome to Care for Wild Africa! Today you’ll get an idea of what to expect during your volunteer placement at this rhino sanctuary!“ – Mia

I had the opportunity to support the south africa Rhino sanctuary„not only“ as a hard working volunteer, no also with my camera skills. So I did this short video to show whats going on there.

Thank you Petronel for the opportunity, thank you Mia for writing and speaking the text, thank you Alex, my brother, how made my shots to this amazing little movie.
For more information about the rhino sanctuary: www.careforwild.co.za

And now enjoy the video in HD

Greetings,

Sebastian
animalperson.org

Wildlife Foundation – My personal look back

Tracking at the wildlie

A motor boat – they sound like little motor boats. I don’t care if you agree or not, I do like that picture. It’s a constant deep humming sound, not too low-pitched yet very bassy. The low-lying sun throws long shadows over the huge enclosure of the natural bush land.
I’m surrounded by the source of the humming motor boat sound – or better – surrounded by the sources: five cheetahs. Lean, long legged cats with a dark speckled fur. The number of dots and their size vary from cheetah to cheetah – kind of like their personal finger prints.

I’m here every day. I’m either accompanied by another volunteer or, as it’s today, I’m here all by myself. Normally, this isn’t allowed – safety issues. It’s my third trip to the rescue centre for wildlife – therefore I know how to act around cheetahs and I’m walking relaxed and confident between them. As orphans they have spent their whole life, starting at an early age, in the rescue centre. When I met them for the first time they were about knee-high; no they have reached my waist. But where is that place where you can be so close to those animals, both in a good and positive way?

The five cheetahs and me in one line

“Harnas” is Afrikaans and means something like armor or protection. The Harnas Rescue centre for wildlife has its origins in Namibia in 1978. There founder bought a mistreated vervet monkey from poachers. Since then a lot has changed and Harnas is still growing.

Today the Harnas rescue centre is a former cattle farm with about 10 00 hectares of bush land. It’s a home for a huge number of animals like lions, leopards (my favourites), cheetahs, caracals, guenons, baboons (not my favourites), wild dogs, mongooses, springboks, impalas, zebras, elands, gnus, ostriches, vultures, warthogs, meerkats and so on and so on…

Its focus lies on orphaned, mistreated, hurt and/or kept imprisoned animals from Namibia. And those have to be fed and nursed which of course costs money; perfect for a volunteer program. Amongst others, the caring for the animals is funded by the volunteer program which offers extraordinary experiences.

But: “Harnas is not for pussies!” Being a volunteer doesn’t mean petting animals all day long. It means hard and strenuous work under the African sun each and every day, seven days a week, for a time span between two weeks and three months. Yet, the work isn’t as physical strenuous as at the rhino rescue centre in South Africa where I worked in January and February 2017.
Link: Rhino Sanctuary

What you should never forget is, you’re working with wild animals. You need respect, good common sense and some effort. The meat for the animals doesn’t fall from the sky; it has to be cut to size. Often donkey meat is fed to the animals because it’s low-fat, cheap and is provided by the farmers nearby. Every part of the animal is used; the wild dogs for example love all kinds of offal. If you’re out of touch with reality and have your head in the clouds filled with thoughts like cats could be put on a vegetarian diet (that’s like feeding cows with meat) you shouldn’t come to Harnas as a volunteer. It’s definitely not a flower-power, fluffy pony farm.

Lion “Trust”

What a typical day at Harnas looks like:

6.30am
Getting up with up to 3 other people in a cabin in Volunteers-village; it’s a small number of cabins, the toilets and showers are in the centre of the village.

7.00am
Breakfast in the community house in the village; afterwards a 1.5 kilometers walk to the main farm

8.00am
“Treemeeting” people are divided into groups according to their work plan, e.g. prepare the food, cleaning the enclosures, AM tour, look after several animals, research in the wildline, farm work, building/repairing enclosures, read animal tracks, walks with different kinds of animals etc.

12.30pm
Lunch in Volunteers-village; break

03.00pm
“Treemeeting” new allocation of the tasks of the day

07.00pm
Dinner in Volunteers-village, leisure time

As you can see, a day in Harnas is packed. This time it was different for me, because I came as a photographer; but didn’t change the daily schedule.

My last picture of Warthog “Bacon”

What has changed since 2015:

At the end, I want to list what has changed since my last stay in 2015, for those who have already been to Harnas

The food was to some extent very good. At least the first two weeks of my last stay, by and by it got worse, similar to 2015: always pasta, always minced meat sauce, almost no alternation.

Showers and toilets are way cleaner and are checked daily.

Of all the volunteers from 2015 only Tyla and Bonnita are still there.

Less volunteers, mostly between 20 and 30 persons. Only a few Scandinavians; in 2015 they made up to 60%, now 85% are (unfortunately) German-speaking (that was quite a shock for me after my long stay in South Africa)

Lapanight isn’t in Boma anymore, it’s now in the village. No more Amarulasong and no more dancing, in general less atmospheric as in 2015

Atheno is back in his old enclosure.

Leopard “Missy Joe” changed enclosure with caracal “Bonnie” <3 and "Juliette"

Of all the meerkats only “Hänsel” is still alive. (Got info Hänsel died now also)

Berta, Mimi and Micky are in a enclosure right next to the ostriches together with six other horses

The “Wild 23” are now the “Wild 21”.

“Bacon” the Warthog got killed.

Eland “Moose” wanders together with its herd through Gamearea and still visits Volunteers-village from time to time.

Eland “Moose” in the village

Closing words: If you want to work at a wildlife rescue station / sanctuary in Africa, you should question your motifs. Do you want to WORK with animals and get experiences with ANIMALS? Do you want to help the animals? OR do you just want to leave home, party and make as many spectacular selfies as possible? If you belong to the second group, please stay away from the volunteers work in Africa. You should instead book a nice party vacation on some Spanish island…

Supplement beginning of 2019: I have been told that in recent years a lot has changed there – and that supposedly not for the better. I hereby expressly point out that I do not want to advertise this sanctuary. In addition, I repeatedly advise that anyone who wants to participate in such a volunteer project should be informed in advance exactly. Just because a sanctuary did a good job years ago does not mean that it still does it today. It always depends on the leadership of each organization. Inform yourself always up-to-date and from several sources!

The war fare over the last rhinos and my battle with the English language

It’s 6.30 am. It’s a pleasant morning. It’s about 23 degree, the sun is still low on the horizon and has not yet wholly touched the valley through which I’m walking right now.

The day will become a hot one, just like the day before; and the day before that; and that day before that day; and all the other days before when the temperature had already reached 33 degrees at 11 o’clock in the morning. What makes the physical work even more strenuous is the high air humidity.
The hills surrounding me are overgrown; here and there some brown-red rocks are sticking out of the lush green. The air is still fresh from the night and filled with the song of the birds which is accompanied by the buzzing of the bugs.

I’m up since 5.30am; the clearly hearable roaring of a lion nearby came through the open door and windows and kept me from prolonging my nocturnal rest.
My shelter is a cottage with numerous holes which are surrounded by thin wood. It’s on a slope which is overgrown in lush green (like everything else around it). I feel like being in a true natural paradise with all the marula and mango trees around me.

My shelter is about 10 square meters big, including a bathroom with no mirror, and I share it with my three roommates. In the first two weeks, those were three girls from all over the world (Sweden, South Africa and USA). After about two weeks, I moved to another cabin with the “older ones” because the young American girl really started to annoy me.

Our daily schedule is quite busy. Besides watching the behavior of the animals, feeding them and cleaning out their dung, we have varying additional tasks like removing cut down mango trees. What make the physical work extra stressful are the saucer-sized spiders which tend to pop up from time to time. In my four week stay I only saw three snakes, but several scorpions reminded me of always looking under your cushion BEFORE sitting down.  More frequent visitors are millepedes, baboonspiders and other huge insects. You’ll get used to it…

The first week was a tough one: high temperatures, the cultural shock and especially the language were major challenges for me. I’m the only German in our group of volunteers. Most of the others 8 to 16 volunteers come from the USA, UK or Australia and are therefore native speakers, all of them with a different dialect (South African, South Australian, Israeli, US West Coast, American Midwest, Oxford, Scandinavian, West Australia, Irish… ). It was quite a challenge for me and my average English skills to understand them. It became easier from week to week. Looking back, I think it was the best thing which could have happened to me.

At this point, one question comes up: Why did all these people, who come from all over the world, come to this place? A place were the water taps sometimes pour out red-brownish water, the electricity comes and goes and ticks and mosquitoes can infect you all kinds of diseases. What made the people travel there? These people are students, business managers, housewives, prospective vets, lawyers and former soldiers of all possible nations. All of them want to contribute to save a species which are close to being wiped out: the rhino .The rhino and all its subspecies are close to being erased from the face of our earth, although being part of it for over 50 million years. The question is: why?

The answer is as easy as it is sad: Rhino – Wars

The price for the horn of a rhino even tops its equivalent in grams of cocaine, gold or diamonds. Just because of the foolish Far Eastern misbelieve that it could enhance the male potency; it’s also a symbol of power in China. That made the poaching so lucrative that those poachers are equipped with night vision goggles and state-of-the-art fully automatic rifles with silencers. Those made the patrolling helicopter pilots wear bulletproof vests while flying over the area as several pilots have been shot from the ground by poachers.

What are the poachers actually doing?
The rhinos are killed or at least wounded in order to hack or saw off the horn from their face. If it’s a mother with its calf, the calf will be ignored because of not having a horn yet. If it’s trying to help its mother, the poachers will chase away the calf with their machetes or rifles.
In our rescue centre for rhino orphans we have several calves with scars on their head due to machete attacks. One has a gunshot wound as big as a fist in the shoulder; thanks to a proper treatment it healed quite well.
As soon as the poachers take off with their horn, they leave the hurt calf behind. The smell of the wound naturally lures predators. Without the prompt help of rangers, soldiers or others patrolling nearby, the baby rhino has a tough time ahead.

The poachers stop at nothing to complete their cruel mission. That’s why the 46.000 hectare area is specially secured with the rescue center in it: several fences, guards on foot, guards with Belgian Shepherds and mounted patrols.
And right in the middle of it, right in the eye of the storm: a small number of volunteers from all over the world who, together with some skilled personnel, are trying to look after orphan rhino babies and other animals.

What a place – what a time