TV-INTERVIEW „TALK AM SONNTAG“

Sehr interessant! Nach dem ich bereits beim BR Live in der Sendung „Wir in Bayern“ zu Gast war, durfte ich jetzt mein zweites TV Interview geben. Bei der Sendung „SO GESEHEN – TALK AM SONNTAG“ hatte ich das Glück zwanzig Minuten über Artenschutz, Wilderei, Wildtierauffangstationen, mein Buch und vieles mehr sprechen zu können. Und das alles entspannt in einem gemütlichen Hamburger Café. Obwohl die die Themen teilweise ernst waren, gab es natürlich  auch etwas zu lachen.

Die Sendung wurde am 07.07.19 von SAT1 ausgestrahlt. Hier könnt ihr sie nochmal in voller Länge sehen. Viel Spaß dabei!

 

„ÜBERLEBEN“ DAS BUCH

ES IST SOWEIT! MEIN BUCH IST DA!!!

Ich platze vor Aufregung und Freude! Nach knapp eineinhalb Jahren intensiver Arbeit ist jetzt mein erstes Buch veröffentlicht worden! Wie ihr oben im Video seht fehlen mir etwas die Worte! Die Gefühle spielen einfach verrückt…

All meine abenteuerlichen Erlebnisse und Erfahrungen in Namibia und Südafrika sind in dieses mir unglaublich wichtige Herzensprojekt geflossen. Ich freu mich so sehr das jetzt endlich alles mit euch teilen zu können! Intensiv gefühltes Afrika, außergewöhnliche Wildtier Begegnungen, Hintergründe zu Safari, Volontärs Arbeit, Jagd und Wilderei. Schlicht, über das dortige Leben und Überleben. So nah, ehrlich und persönlich geschrieben wie es mir möglich war. Dazu viele eindrucksvolle Fotos und weiteres Bonusmaterial! Schaut einfach mal rein! Das Buch ist in allen Buchhandlungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zu haben. Ansonsten ist es natürlich auch online bestellbar.

Link zur Online Bestellung: ÜBERLEBEN

DIE OFFIZIELLE BUCHBESCHREIBUNG:

„Tief im südlichen Afrika, inmitten berauschender Landschaften, wo Geparden ihm den Kopf putzen, Erdmännchen sich in seiner Achillessehne verbeißen und er einem Spitzmaulnashorn zu Fuß begegnet, erlebt Sebastian Hilpert Abenteuer, die er sich nie hätte vorstellen können. Zwölf Jahre war er Soldat und hatte sich am Ende so weit von sich selbst entfernt, dass er in eine Depression stürzte. Der Weg der seelischen Heilung führt ihn zu verwaisten Raubkatzen in der Kalahari und weiter auf eine Nashorn-Auffangstation in Südafrika, wo der Rhino War, der Krieg um die letzten Nashörner, erbarmungslos wütet. Als Volontär kümmert er sich um verwaiste und verletzte Tiere, zieht Karakale und Nashörner mit der Flasche auf und lernt die Härte der Natur wie auch die Skrupellosigkeit der Wilderer aus erster Hand kennen. Später reist er als Fotograf durch die beeindruckende Weite Namibias und arbeitet als Wildhüter in einem Wildtierreservat.
Ein Buch voller Engagement und Abenteuer in nahezu unberührter Natur und zugleich eine Geschichte des inneren Wachstums, die uns an die Verantwortung erinnert, die wir tragen: gegenüber den Lebewesen dieser Erde und uns selbst.“

Mein Rückblick auf 2017

Wildhüter Sebastian Hilpert mit Beagle Welpen Stouter Kabouter in Namibia

Ein ereignisreiches und erkenntnisreiches Jahr liegt hinter mir.

Nachdem meine Militärdienstzeit nach 12 Jahren zu Ende ging hieß es für mich gleich Anfang Januar „zurück nach Afrika“. Erst in den Südafrikanischen Busch auf eine Nashorn-Auffangstation um dort als Volontär die Auswirkungen des „Rhinowar“ hautnah zu erleben. Gleich im Anschluss weiter um den Rest des Februars und den März auf der Wildtierauffangstation in der namibischen Kalahari zu verbringen wo vor fast drei Jahren meine Afrika-Leidenschaft begonnen hat. Nach nur einem Monat Pause und reparieren meiner Kamera in Deutschland ging es im April/Mai wieder nach Namibia, diesmal selbstständig als Fotograf auf Safari. Höhepunkt des Jahres war dann im August und September meine insgesamt fünfte Namibia-Reise. Zu Gast bei namibischen Freunden, wo ich die Möglichkeit hatte sie bei der täglichen Arbeit auf einem riesigen privaten Wildtierreservat zu begleiten. Wildtiermanagement und Antiwilderer Patrouillen waren hier der klare und blutige Schwerpunkt.

So viele neue Erlebnisse, Eindrücke und interessante Menschen durfte ich dieses Jahr kennenlernen. Tausende von Bildern aufnehmen. Doch, 2017 war ein tolles Jahr, wenn auch nicht immer alles super positiv oder leicht zu verdauen war, aber alle Erkenntnisse waren und sind wichtig.
Danke an alle die mich dieses Jahr in welcher Form auch immer unterstützt haben! Ich wünsche euch ein tolles und erfolgreiches Jahr 2018!!!

Ps. Der kleine Beagle Welpe den ich auf dem Foto im Arm habe gehört meinen namibischen Freunden und war im August/September mein ständiger Begleiter.

Harnas Wildlife Foundation 2017 – Mein Überblick

Tracking in der Wildline bei Harnas
Harnas – Tracking in der Wildline

Motorboot – sie hören sich an wie ein kleines Motorboot. Ob das stimmt oder nicht ist mir egal, ich mag den Vergleich. Stetiges tiefes Brummen, nicht zu tief aber doch sehr basslastig. Die Sonne steht knapp über dem Horizont und wirft lange Schatten über das riesige Gehege bei Harnas, das natürlich belassenes Buschland ist.
Um mich herum der Ursprung des Geräusches der kleinen Motorboote, fünf Geparden. Schlanke, langbeinige Katzen deren Fell viele schwarze Punkte aufweisen. Die Punkteanzahl und Anordnung unterscheidet sich von Gepard zu Gepard, es ist wie ein Fingerabdruck.

Ich bin wie jeden Tag hier, entweder wie heute zu zweit mit einer anderen Volontärin oder allein. Allein ist normalerweise nicht erlaubt – Sicherheitsgründe. Aber es ist mein dritter Aufenthalt auf der Wildtierauffangstation Harnas; ich weiß wie man sich richtig verhält und bewege mich entspannt und selbstsicher zwischen ihnen. Als Waisen sind sie von klein auf hier und das erste Mal als ich sie gesehen habe gingen sie mir bis zum Knie, jetzt bis zur Hüfte. Doch wo hat man die Möglichkeit solchen Tieren so nahe zu kommen, auf eine gute und positive Weise?

Geparden mit Animalperson - Sebastian Hilpert
In einer Reihe – die fünf Geparden und ich

Harnas Wildtierauffangstation

„Harnas“ ist afrikaans und bedeutet soviel wie Rüstung/Schutz. Seinen Ursprung hat Harnas – die Wildtierauffangstation in Namibia im Jahre 1978 als die Gründerin eine misshandelte Meerkatze von Wilderern abkaufte. Doch seitdem hat sich viel getan und Harnas ist gewachsen.

Mittlerweile leben auf der ehemaligen Rinderfarm mit knapp 10 000 Hektar Buschland eine Vielzahl von Tieren. Darunter z.B. Löwen, Leoparden (meine Lieblinge), Geparden, Karakale, Meerkatzen, Paviane (nicht meine Lieblinge), Afrikanische Wildhunde (Hyänenhunde), Mungos, Springböcke, Impalas, Zebras, Elands, Gnus, Strauße, Geier, Warzenschweine, Erdmännchen, etc.

Der Schwerpunkt liegt bei verwaisten, missbrauchten, verletzten und gefangen gehaltenen Wildtieren aus Namibia. Und diese wollen versorgt und gepflegt werden, was Zeit und Geld kostet; perfekt für ein Volontärprogramm. Mit dem Volontärprogramm wird unter anderem die Versorgung der Tiere finanziert und bietet unglaubliche Erfahrungsmöglichkeiten.

Harnas – Arbeit mit dem Wildtier

ABER „Harnas is not for pussies“! Als Volontär verbringt man nicht seine ganze Zeit damit Tiere zu streicheln sondern zu arbeiten und das unter der starken afrikanischen Sonne. Und zwar jeden Tag (ohne Wochenende) während des Aufenthalts der zwischen 2 Wochen und 3 Monaten lang sein kann. Die Arbeit ist körperlich anstrengend, auch wenn sie bei weitem nicht so anstrengend ist wie die Arbeit auf der Nashorn-Auffangstation in Südafrika auf der ich im Januar / Februar 2017 gearbeitet habe (Link zum Beitrag – Nashorn-Auffangstation).

Was man nie vergessen sollte ist, dass man mit Wildtieren arbeitet! Respekt und gesunder Menschenverstand ist gefragt und auch Überwindung gehört dazu. Das Fleisch für die Raubtiere fällt nicht vom Himmel und muss u.a. zugeschnitten werden. Meist Eselfleisch wird verfüttert da es fettarm, nicht zu teuer und durch die Farmer in der Umgebung meist zuverlässig zu Verfügung steht. Es wird alles verwertet was verwertet werden kann, Wildhunde lieben z.B. jede Art von Innereien.

Wer ein realitätsfremder, verstrahlter Träumer ist der unter anderem Dinge denkt wie, „Katzen kann man vegetarisch ernähren“ (Das ist so wie als wollte man Kühe mit Fleisch ernähren!!!) und sich unter einer Wildtierauffangstation so etwas wie ein „Blümchen-Ponyhof“ vorgestellt hat, sollte lieber nicht als Volontär nach Harnas kommen.

Löwe Trust
Löwe – „Trust“

Doch wie sieht denn grob der Tagesablauf auf Harnas aus?

06:30
Löwenbrüllen – Aufstehen, untergebracht im „Volunteersvillage“, eine Anzahl von Hütten in denen vier Personen schlafen. Toiletten und Duschen für alle zentral in der Mitte des Villages.

07:00
Frühstück im „Gemeinschaftshaus“ im Village. Im Anschluss zur ca. 1,5 km entfernten Hauptfarm laufen.

08:00
„Treemeeting“ Einteilung der Gruppen und Volontäre in die Tätigkeiten.
z.B. Futter zubereiten, Gehege reinigen, AM Tour, kümmern um verschiedene Tiere, Research in der Wildline, Farmwork – Gehege bauen / reparieren, Spurenlesen, Walks mit verschiedenen Tieren, etc.

12:30
Mittagessen im Volunteersvillage, Pause

15:00
„Treemeeting“ auf der Farm mit erneutem Einteilen der Volontäre in die Tätigkeiten

19:00
Abendessen im Volunteersvillage, Freizeit
Wie man sieht ist der Tag gut ausgefüllt. Für mich war es diesmal etwas anders, da ich nicht als „normaler“ Volontär gearbeitet habe, sondern als Fotograf. Ändert aber nichts an dem Tagesablauf.

Bacon Warzenschweinkeiler Volontärdorf Harnas
Mein letztes Bild von „Bacon“ dem Warzenschweinkeiler. Das Volontärdorf war sein Revier.

Änderungen zu 2015:

Zum Schluss möchte ich für alle die bereits auf Harnas waren ein paar Änderungen aufzählen. Dinge die sich seit meinem letzten Aufenthalt 2015 geändert haben.

Das Essen war teilweise sehr gut. Zu mindestens die ersten zwei Wochen meines jetzigen Aufenthalts. Danach wurde es wirklich schlecht, ähnlich wie 2015. Ständig Pasta, ständig Hackfleischsoße, wenig Abwechslung.

Die Duschen und WCs sind weitaus sauberer und werden täglich kontrolliert.

Von allen Koordinatoren aus dem Jahr 2015 sind leider nur noch Tyla und Bonnita da.

Weniger Volontäre, meist zwischen 20 und 30 Personen. Kaum Skandinavier mehr, 2015 haben sie noch ca. 60% ausgemacht, jetzt sind mittlerweile 85% (leider) deutschsprachig (war ein Schock für mich nach meiner Zeit in Südafrika).

Lapanight ist leider nicht mehr in der Boma auf der Farm sondern im Village. Kein Amarulasong und Tanz mehr, allgemein bei weitem nicht mehr so stimmungsvoll wie 2015.

Atheno ist wieder in seinem alten großen Gehege.

Leopardin Missy Joe hat mit Karakal Bonnie ( <3 ) und Juliette das Gehege getauscht.

Von allen alten Erdmännchen lebt nur noch Hänsel.

Berta, Mimi und Micky sind mit ca. 6 anderen Pferden in einem großen Gehege neben den Straußen

Die „wilden 23“ sind jetzt noch 21.

„Bacon“ ist leider tot. (Mitte April)

Das von handaufgezogene und mit „Derek“ dem Kudu aufgewachsene Eland „Moose“, streift mit einer wilden Elandherde durch die Gamearea und besucht ab und zu das Volunteersvillage.

Eland Volunteersvillage Harnas
Eland „Moose“ im Volunteersvillage

Schlusswort: Wer nach Afrika geht um auf einer Wildtierauffangstation zu arbeiten sollte sich fragen warum er das tun möchte. Willst du mit Tieren ARBEITEN und Erfahrungen mit TIEREN sammeln, willst du Tieren helfen? ODER willst du eigentlich nur weit weg von daheim feiern und möglichst spektakuläre Selfies machen? Wenn du zur zweiten Kategorie gehörst dann bleib der Volontärarbeit in Afrika bitte fern und mach lieber einen „Partyurlaub“ auf irgendeiner spanischen Insel…

Ergänzung Anfang 2019: Mir wurde berichtet das sich in den letzten Jahren sehr vieles dort geändert haben soll – und das angeblich leider nicht zum Positiven. Ich weiße hiermit ausdrücklich darauf hin, dass ich keine Werbung für dies Auffangstation machen möchte. Darüber hinaus rate ich wiederholt das jeder der an solch einem Volontärs Projekt teilnehmen möchte, sich im Vorfeld genaustens informieren sollte. Nur weil eine Auffangstation vor Jahren mal gute Arbeit geleistet hat heißt das noch lange nicht das sie es heute noch genauso tut. Es kommt immer auf die Führung der jeweiligen Organisation an. Informiert euch immer aktuell und aus mehreren Quellen!