{"id":1503,"date":"2019-08-19T16:40:34","date_gmt":"2019-08-19T15:40:34","guid":{"rendered":"https:\/\/animalperson.org\/?p=1503"},"modified":"2019-08-26T15:51:48","modified_gmt":"2019-08-26T14:51:48","slug":"unfreiwillig-in-johannesburg-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/animalperson.org\/en\/2019\/08\/19\/unfreiwillig-in-johannesburg-teil-ii\/","title":{"rendered":"Unfreiwillig in Johannesburg &#8211; TEIL II"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">Dieser Blogeintrag ist Bonusmaterial zu meinem Buch &gt;<a href=\"https:\/\/amzn.to\/2GFlqyR\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00dcBERLEBEN<\/a>&lt;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\">Denn diese spannende und auch etwas lustige Geschichte hat ganz einfach nicht mehr ins Buch gepasst. Aber zum Gl\u00fcck doch noch seinen Weg in meinen Blog gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\">Zweiter Teil meiner Zusatz-Stroy &#8220;Unfreiwillig in Johannesburg&#8221;.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">WICHTIG!!! Lies erst <a href=\"https:\/\/animalperson.org\/2019\/08\/19\/unfreiwillig-in-johannesburg-teil-i\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">TEIL I<\/a>, nicht das Du gespoilert wirst&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\">Viel Spa\u00df beim lesen!<\/p>\n<figure id=\"attachment_1493\" aria-describedby=\"caption-attachment-1493\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1493 size-large\" src=\"https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DSC_1036bear1Web-1024x683.png\" alt=\"Kampf zweier Nash\u00f6rner in Namibia\" width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DSC_1036bear1Web-1024x683.png 1024w, https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DSC_1036bear1Web-300x200.png 300w, https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DSC_1036bear1Web-768x512.png 768w, https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DSC_1036bear1Web.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1493\" class=\"wp-caption-text\">Breitmaulnash\u00f6rner &#8211; mit diesen faszinierende Tieren hatte ich die letzten Wochen in S\u00fcdafrika gearbeitet.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Orientierung: Gerade eben habe ich die Nashorn-Auffangstation im tiefen s\u00fcdafrikanischen Busch verlassen. Die viele k\u00f6rperliche Arbeit brennt noch in meinen Muskeln. Der \u201eRhino-War\u201c und hundert andere Eindr\u00fccke drehen sich in meinem Kopf, als ich mich auf den Weg nach Johannesburg mache. Von dort aus soll es weiter gehen ins Nachbarland Namibia, genauer gesagt nach Windhoek. Von der namibischen Hauptstadt werde ich dann weiterreisen auf die Auffangstation in der Kalahari, zur\u00fcck zu den Raubkatzen und Wildhunden. Soweit der Plan. Doch dann verpasste ich in Johannesburg den <a href=\"https:\/\/animalperson.org\/2019\/08\/19\/unfreiwillig-in-johannesburg-teil-i\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">letzen Flug nach Namibia&#8230;<\/a><\/p>\n<p>Ich habe mein Gep\u00e4ck. Der Fahrer, welcher mich am Flughafen Windhoek abholen sollte wei\u00df genauso wie meine dortige Pension Bescheid, dass ich heute nicht mehr eintreffen werde. Lisa hat mir mit Herrn Gr\u00fcns Empfehlung ein Hotelzimmer in Johannesburg reservieren k\u00f6nnen und jetzt fehlt nur noch das Ticket f\u00fcr Morgen. \u201eNein, wir k\u00f6nnen ihr Ticket nicht umbuchen, sie m\u00fcssen ein neues kaufen.\u201c Aha, Danke auch und wieso musste ich auf diese Antwort so lange warten? Mein Reiseagent kl\u00e4rt mich auf. \u201eHerr Hilpert, mir ist das ganze sehr unangenehm aber leider ist bei South African Airways h\u00e4ufiger mal das Problem, dass etwas angeblich nicht geht was eigentlich ohne Problem gehen w\u00fcrde. Die Mitarbeiter haben meist einfach nur keine Lust. Ich rufe sie in zehn Minuten wieder an, ich denke ich kann das Problem von hier aus l\u00f6sen.\u201c<\/p>\n<p>Es ist 20:45 Uhr, um 21:00 schlie\u00dfen hier die Schalter. Herr Gr\u00fcn ruft mich tats\u00e4chlich p\u00fcnktlich um f\u00fcnf vor neun zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Es hat geklappt, ich halte mein vorl\u00e4ufiges Ticket in der Hand und dank ihm muss ich nur eine geringe Umbuchungsgeb\u00fchr zahlen statt eines komplett neuen Flugs. Der Mann ist wirklich Gold wert, er hat innerhalb von 10 Minuten von seinem B\u00fcro in Deutschland aus das gekl\u00e4rt wozu hier direkt vor Ort drei Mitarbeiter nicht in der Lage waren und mich auch noch eine halbe Stunde haben warten lassen bevor sie mir das mitteilten. Dienstleistungsqualit\u00e4t, da gibt es eine sehr gro\u00dfe Differenz zwischen Afrika und Deutschland, das ist nicht von der Hand zu weisen.<\/p>\n<p>Nachdem ich Geld gewechselt habe muss ich jetzt nur noch die Stelle finden wovon st\u00fcndlich ein Transporter zwischen Flughafen und dem Hotel pendelt. Mich langsam wieder entspannend passiere ich eine Gruppe finster dreinblickender Polizisten. Von deutschen Flugh\u00e4fen kennt man ja die Polizisten, die immer zu zweit patrouillieren, einer tr\u00e4gt dabei meistens eine Maschinenpistole (MP) (Welche f\u00e4lschlicherweise von jedem als Maschinengewehr (MG) bezeichnet wird. Der Unterschiede zwischen MP und MG ist in etwa so gro\u00df wie zwischen einem PKW und einem LKW, kein Polizist l\u00e4uft mit einem Maschinengewehr herum, keiner! So das musste mal gekl\u00e4rt werden.)<\/p>\n<p>Auf jeden Fall laufen hier die Polizisten nicht zu zweit, sondern zu f\u00fcnft oder zu acht Patrouille und jeder tr\u00e4gt dabei eine Shotgun\/Schrotflinte vor der Brust, die aussieht als w\u00e4re sie seit zwei Jahrzehnten t\u00e4glich im Einsatz.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Die &#8220;Deutschen-Themen&#8221;<\/h2>\n<p>Ich will gerade mit meinen Rucks\u00e4cken schwer bepackt in einen Korridor einbiegen, von dem ich denke es k\u00f6nnte der richtige sein, als mich ein Flughafenmitarbeiter in Sicherheitsweste anspricht. Er kl\u00e4rt mich auf, dass ich in die falsche Richtung unterwegs bin und hilft mir den richtigen Weg zu finden. Er begleitet mich sogar bis zu der \u00fcberdachten Stelle am Rand des Flughafenbereiches. Der dortige Parkplatz wird scheinbar nur f\u00fcr Shuttelservice der Hotels genutzt. Ich m\u00f6chte mich bei ihm bedanken und verabschieden aber er winkt ab und sagt, dass er mit mir auf den Transporter warten wird, er m\u00f6chte mich auf keinen Fall hier im Dunkeln alleinstehen lassen. Okay, denke ich etwas irritiert, aber wieso?<\/p>\n<p>Der Smalltalk mit ihm l\u00e4uft zu Beginn sehr vertraut ab. Die erste obligatorische Frage ist woher ich komme. Wenn ich dann mit Deutschland antworte geht es IMMER um die gleichen Themen, v\u00f6llig egal ob ich an einer Tankstelle, einem Flughafen, einem Einkaufszentrum, einer Safarilodge, einer Wildtierauffangstation oder mitten im Nirgendwo angesprochen wurde.<\/p>\n<p>Die vorprogrammierten Themen sind: Autos, Fu\u00dfball, Bier, Ingenieure, Autobahn und wenn ich Pech habe der \u00d6sterreicher A. Hitler. Besonders unangenehm wird es, wenn der Gespr\u00e4chspartner den \u201eF\u00fchrer\u201c des zw\u00f6lf Jahre dauernden \u201etausendj\u00e4hrige Reich\u201c gut findet, nicht selten sind es dann auch noch dunkelh\u00e4utige. Ich frage mich in solchen Momenten immer ob sie es ernst meinen und einfach keine Ahnung haben, oder ob sie denken sie tun mir einen Gefallen ihn gut zu finden. Mein jetziger Gespr\u00e4chspartner der sich als Walther vorgestellt hat, m\u00f6chte neben Autos \u201emade in Germany\u201c aber zum Gl\u00fcck nichts davon wissen. Nein er hat eine andere Frage: \u201eWieso kommen eigentlich so viele Deutsche nach S\u00fcdafrika um Elefanten, L\u00f6wen usw. zu sehen? Habt ihr selbst keine?\u201c Das ist etwas, das mir auch schon h\u00e4ufig aufgefallen ist. Vielen Afrikanern ist offensichtlich nicht bewusst, dass es viele Tierarten nur auf ihrem Kontinent gibt, geschweige denn, dass diese dramatisch schnell immer weniger werden. Nachdem ich Walther erkl\u00e4rt habe, dass es bei uns gerade mal noch im Gro\u00dfen und Ganzen, Wildschweine und Eichh\u00f6rnchen gibt, frage ich ihn ob er selbst schon Elefanten, L\u00f6wen, Giraffen oder sogar mal ein Nashorn gesehen hat. Wie die allermeisten seiner Landsleute hat er es nicht, er kennt diese Tiere leider nur aus B\u00fcchern.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1491\" aria-describedby=\"caption-attachment-1491\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1491 size-large\" src=\"https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/SH7_4205bear1Web-1024x683.png\" alt=\"Elefantenbulle in Erindi Namibia\" width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/SH7_4205bear1Web-1024x683.png 1024w, https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/SH7_4205bear1Web-300x200.png 300w, https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/SH7_4205bear1Web-768x512.png 768w, https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/SH7_4205bear1Web.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1491\" class=\"wp-caption-text\">&#8220;Habt ihr denn keine Elefanten in Deutschland?&#8221;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im weiteren Gespr\u00e4ch erfahre ich, dass er bereits seit sechs Uhr am Morgen arbeitet (es ist jetzt kurz vor zehn Uhr am Abend) und dass er gerade mal 600 Meter vom Flughafen entfernt wohnt. Er zeigt die Stra\u00dfe vor uns hinunter und erkl\u00e4rt mir, dass seine Wohnung in dieser Richtung liegt. \u201eSo nah, das ist gut dann kannst du ja immer zur Arbeit laufen.\u201c sage ich ahnungslos an ihn gewandt aber er sch\u00fcttelt mit dem Kopf. \u201eNein das geht nicht, ich fahre immer mit Freunden im Auto nach Hause.\u201c Ich schaue ihn stirnrunzelnd an. \u201eSiehst du das gro\u00dfe Haus dort\u201c er zeigt auf ein Hotel auf der anderen Seite des Parkplatzes, ca. 150 Meter entfernt. \u201eWenn du an diesem Haus vorbei l\u00e4ufst wirst du \u00fcberfallen. Die klauen dir da alles und wenn du dich wehrst stechen oder knallen sie dich ab. Es gibt so viel verr\u00fcckte Leute in dieser Stadt.\u201c sagt er etwas traurig und schaut zu Boden. Ich blicke ihn entsetzt an.\u00a0 \u201eWas? Wenn du dieses Hotel passierst dann wirst du \u00fcberfallen? Nur jetzt in der Nacht oder auch am Tag?\u201c Er nickt, \u201eEgal welche Tageszeit! Ob du Tourist bist oder Einheimischer interessiert diese Menschen auch nicht.\u201c<\/p>\n<p>Ich erinnere mich an die Geschichten die Karl und Lee erz\u00e4hlt haben. Von Leuten die mit ihrem Fahrzeug an Ampeln standen und dann von blitzschnellen \u00dcberfallgruppen aus dem Fahrzeug gezogen wurden. Von R\u00e4ubern die mit Ziegelsteinen die Scheiben der Fahrzeuge einschmei\u00dfen v\u00f6llig ohne R\u00fccksicht ob sie die darin Sitzenden schwer verletzen oder gar t\u00f6ten. Lee ist es sogar schon selbst vor ein paar Jahren passiert. Die Angreifer mussten jedoch sehr schmerzlich feststellen, dass die kleine drahtige Frau einige Erfahrung im Kampfsport hat. Ja S\u00fcdafrika hat neben der wundersch\u00f6nen Natur auch eine sehr h\u00e4ssliche Seite, die enorm hohe Kriminalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wir unterhalten uns fast eine Stunde. So lange bis der n\u00e4chste Shuttel zum Hotel eintrifft. Es ist ein Kleinbus mit verdunkelten Scheiben und einem niedrigen, massiv wirkenden Anh\u00e4nger f\u00fcr das Gep\u00e4ck. Walther und ich verabschieden uns mit Handschlag und w\u00fcnschen uns gegenseitig ein \u201eStay safe!\u201c Fahrer und Beifahrer steigen aus dem Shuttel, sie gr\u00fc\u00dfen mit ernstem Gesicht. Beide tragen schwarze Anz\u00fcge mit goldenen Namensschildern des Hotels auf der linken Brust. Der Beifahrer wirkt irgendwie etwas kastenf\u00f6rmig unter seinem Jackett. Und wieso \u00fcberhaupt sind sie zu zweit? Reicht nicht ein Fahrer? Es hie\u00df doch das Hotel ist nur zwanzig Minuten vom Flughafen entfernt. Als die beiden meinen schweren Rucksack in den Anh\u00e4nger heben und der Beifahrer sich \u00fcber diesen beugt kann ich sehen was er unter dem Jackett tr\u00e4gt. Eine Schusssichere Weste und eine Pistole im Schulterholster. Okay, der Mann ist wohl f\u00fcr die Sicherheit w\u00e4hrend der Fahrt zust\u00e4ndig. Ist \u201eJoburg\u201c wirklich so heftig? Scheinbar habe ich die Bewohner der Stadt untersch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>So jetzt durchatmen, geschafft, es geht endlich zum Hotel. Ich konnte tats\u00e4chlich alles in der kurzen Zeit kl\u00e4ren bzw. organisieren. Aber als w\u00e4re das nicht genug f\u00fcr heute gewesen, steigen jetzt zwei pl\u00f6tzlich aus der Dunkelheit auftauchend merkw\u00fcrdige Typen in den Kleinbus. Sie setzten sich auf die Pl\u00e4tze vor mich und ich habe das Gef\u00fchl in den Vorspann eines achtziger Jahre Actionfilmes versetzt worden zu sein. Der linke sieht Original aus wie Dolph Lundgren, spricht aber mit tief russischem Akzent, w\u00e4hrend der rechte eine breitere und j\u00fcngere Ausgabe von Al Pacino ist. Er jedoch hat einen anderen Akzent, einen den ich mittlerweile auch gut kenne, israelisch. Was machen diese zwei aufgepumpten Brocken hier!? Ist das eine gemeinsame Aktion von KGB und Mossad? Solche Typen gibt\u2019s doch sonst nur in Hollywood Filmen! Die zwei Actionfiguren da vor mir sollen mich blo\u00df in Ruhe lassen! All das denke ich w\u00e4hrend ich m\u00fcde aus dem Transporter auf die vorbeiziehenden n\u00e4chtlichen Stra\u00dfen von Johannesburg blicke. Mir reichst f\u00fcr heute mit der Aufregung, ich will jetzt duschen und schlafen, morgen geht es f\u00fcr mich schon wieder um 6 Uhr zum Flughafen zur\u00fcck.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">F\u00fcnf Rand f\u00fcr &#8220;ganz \u00fcble Kerle!&#8221;<\/h2>\n<p>Der n\u00e4chste Morgen. Die Nacht war kurz und mein Schlaf noch k\u00fcrzer. War ein komisches Gef\u00fchl einen ganzen Raum inkl. Bad wieder f\u00fcr sich allein zu haben. Ich nehme meinen schweren Reiserucksack und betrete beim ersten Tageslicht wieder den Flughafen von Johannesburg. Kaum habe ich das getan spricht mich ein hochgewachsener junger dunkelh\u00e4utiger Mann an. Wo ich denn hin m\u00f6chte will er wissen. Er tr\u00e4gt ein perfekt sitzendes Hemd und teuer wirkende Schuhe, allgemein ein sehr sauberes Erscheinungsbild \u2013 im Gegensatz zu mir, ich sehe immer noch wie ein Ranger frisch aus dem Busch aus, zum mindestens war das letzten Abend Walthers Meinung.<\/p>\n<p>Ich sage ihm zu welchem Schalter ich muss und denke mir nichts dabei. Walther hat mir gestern ja auch einfach so geholfen. Er f\u00fchrt mich \u00fcber einen angeblich schnelleren Weg durch den Flughafen und ist dabei ausgesprochen freundlich. Wir erreichen den Schalter. Eine uniformierte Mitarbeiterin von South African Airways um die vierzig sitzt lesend dahinter. Sie blickt auf, sieht zuerst mich an dann den aus dem Ei gepellten Typen, der mich hierhergef\u00fchrt hat. Ihr Blick verwandelt sich innerhalb von Sekunden von neutral \u00fcber eiskalt bis hin zu \u201ewenn Blicke t\u00f6ten k\u00f6nnten\u201c. Der perfekt gestylte, angeblich hilfsbereite Kerl dreht sich auf dem Absatz um und rennt einfach weg. Was war das?! \u201eHaben sie den Mann bezahlt?!\u201c donnert die Stimme der Flughafenmitarbeiterin mir entgegen. \u201eIch, was? Nein wieso sollte ich?\u201c frage ich verwirrt. \u201eDas ist verboten! Sie d\u00fcrfen solchen Leuten kein Geld geben! Das sind Verbrecher! Ganz \u00fcble Kerle! Die rennen mit ihrem Gep\u00e4ck weg und was machen sie dann?!\u201c will sie w\u00fctend und mit finsterem Blick von mir wissen. Was zur H\u00f6lle ist denn jetzt schon wieder los? Ich habe niemandem irgendetwas gegeben! \u201eIch habe ihm kein Geld gegeben.\u201c sage ich und erwidere ihren Blick. \u201eGut\u201c ist ihre kurze Antwort und sie nimmt schweigend meinen Reisepass und mein vorl\u00e4ufiges Ticket entgegen. W\u00e4hrend sie die Daten in den Rechner eingibt und mir mein richtiges Ticket wieder ausgibt spricht sie jetzt ruhig weiter. \u201eDer wird wiederkommen, wenn sie hier fertig sind. Geben sie ihm maximal f\u00fcnf Rand (Das sind in etwa 33 Cent), lassen sie sich in keine Gespr\u00e4che verwickeln und vertrauen sie nur Leuten in Sicherheitswesten mit Ausweis. Begeben sie sich einfach auf dem schnellsten Weg in den Check-in-Bereich.\u201c Ich will mich gerade f\u00fcr ihre Aufkl\u00e4rung bedanken als sie den Finger hebt und hinzuf\u00fcgt: \u201eUnd gehen sie nicht den Weg zur\u00fcck, den sie gekommen sind, gehen sie vorne herum. Dort wo die Polizisten stehen.\u201c Sie deutet nach \u201evorne\u201c ich folge ihrer Richtungsangabe und kann f\u00fcnf Polizisten mit ihren Shotguns sehen die sich an einem Gel\u00e4nder anlehnen. \u201eDann wird er sich wahrscheinlich erst gar nicht trauen ihnen zu folgen\u201c.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Wiedersehen<\/h2>\n<p>Im Check-in-Bereich angekommen fr\u00fchst\u00fccke ich erst mal entspannt. Der Kerl, der wie aus einem Mode-Katalog aussah ist nicht mehr aufgetaucht und die 5 Rand M\u00fcnze, die ich mir f\u00fcr ihn zurechtgelegt hatte kann ich gleich dem Trinkgeld f\u00fcr das Fr\u00fchst\u00fcck hinzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Ich ziehe mein Tagebuch aus dem Rucksack und schreibe in Ruhe all das auf was mir in den letzten 24 Stunden passiert ist. Die Uhr behalte ich dabei ganz genau im Blick. Eine gute Stunde vor dem Boarding laufe ich schlendernd zum Flugsteig. Ich schaue links und rechts in die L\u00e4den, passiere den Outdoorshop aus dem ich gestern gest\u00fcrmt bin und erreiche fast die Treppe zum Flugsteig als mir jemand in einem Souvenirshop auff\u00e4llt. Ich muss grinsen, freue mich schon auf die Reaktion der Person und trete von hinten an sie heran. \u201eEntschuldigen Sie, sind sie zuf\u00e4llig Prinzessin Swildan?\u201c. Lili dreht sich in Zeitlupe um, als wir uns ansehen fallen wir beide in schallendes Gel\u00e4chter. \u201eWas zur H\u00f6lle machst du denn hier? Solltest du nicht in Namibia sein?\u201c ist ihre erste begr\u00fcndete Frage nachdem wir wieder Luft haben. Ich erz\u00e4hle der schwedischen Volont\u00e4rin, mit der ich die letzten Wochen auf der Nashornauffangstation einige Abenteuer erlebt habe, in Kurzform was passiert ist. W\u00e4hrend ich berichte sch\u00fcttelt sie immer wieder grinsend den Kopf. Nach zehn Minuten gutgelauntem Austausch verabschieden wir uns nun zum zweiten Mal und ich w\u00fcnsche ihr wieder viel Spa\u00df auf Madagaskar \u2013 ihrem n\u00e4chsten Resieziel. F\u00fcr mich wird es jetzt endlich, mit einem Tag Verz\u00f6gerung, wieder Zeit Namibia zu erleben. Ich freu mich drauf.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1506\" aria-describedby=\"caption-attachment-1506\" style=\"width: 525px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1506 size-large\" src=\"https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DSC_1812bear1Web-1024x819.png\" alt=\"Junger verwaister Gepard in Namibia\" width=\"525\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DSC_1812bear1Web-1024x819.png 1024w, https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DSC_1812bear1Web-300x240.png 300w, https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DSC_1812bear1Web-768x614.png 768w, https:\/\/animalperson.org\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/DSC_1812bear1Web.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1506\" class=\"wp-caption-text\">Mein Ziel in Namibia &#8211; zur\u00fcck zu den Raubkatzen.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"Textbody\" style=\"margin-bottom: .0001pt;\">Ende meiner \u201eOuttake\u201c Bonus-Story, wies weiter geht erfahrt ihr nat\u00fcrlich in meinem Buch.<\/p>\n<p class=\"Textbody\" style=\"margin-bottom: .0001pt;\">Ich hoffe es hat euch Spa\u00df gemacht zu lesen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Blogeintrag ist Bonusmaterial zu meinem Buch &gt;\u00dcBERLEBEN&lt; Denn diese spannende und auch etwas lustige Geschichte hat ganz einfach nicht mehr ins Buch gepasst. Aber zum Gl\u00fcck doch noch seinen Weg in meinen Blog gefunden. Zweiter Teil meiner Zusatz-Stroy &#8220;Unfreiwillig in Johannesburg&#8221;. WICHTIG!!! 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